Cryptic Shift gönnen sich und euch auf ihrem zweiten Album keine Atempause. Die nur fünf Songs, aber 79 Minuten umfassende Odyssee im Weltraum beginnt in ‘Cryogenically Frozen’ mit jazzigen Klängen, mysteriösen Effekten und Sprach-Samples zunächst trügerisch versöhnlich, bricht dann aber in vertrackte Tech Death-Raserei aus. Ähnlich schwindelerregend geht es weiter: ‘Stratocumulus Evergaol’ fräst sich in einem halbstündigen, endlos erscheinenden Genreparcours durch sämtliche Synapsen. ‘Hyperspace Topography’ manövriert anschließend hektisch zwischen Thrash-Blitzen und Shoegaze-Nebel durch andere Sphären. ‘Hexagonal Eyes (Diverity Trepaphymphasyzm)’ wiederum wirft hyperaktive Solobomben auf Bikini Bottom und foltert im Finale mit nervenzerberstenden Geräuschen, die sonst nur Dentalbohrer erzeugen. Cryptic Shifts (w)irrer, selbst als „Phenomenal Technicological Astrodeath“ etikettierter Mix aus Dissonanzen, Samples und spontanen Stil-/Geschwindigkeitswechseln wirkt wie eine außerweltliche Chaosprobe, bei der Mitglieder von Death, Cynic, Blood Incantation, Voivod und Primus eine Menge illegaler Substanzen einfahren und ihre Instrumente tauschen. OVERSPACE & SUPERTIME ist futuristisch, rastlos, komplex und tollwütig – und dabei so eigen wie gnadenlos (über-)fordernd. Puh.
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