Die Osloer Draken (was ironischerweise schwedisch ist und Drache heißt) sind eine Band, die sich mit jedem Album ein bisschen neu erfinden. Auf dem Band-betitelten Album geht es noch am ehesten in Richtung angepunkter Doom, während der Nachfolger diese Elemente mit klassischem Heavy- und Hard Rock mischt. Auf HERE BE DRAKEN hört man all das auch wieder raus – nur mit einem wunderbaren progressiv-groovigen Gewand. ‘The Great Deceiver’ geht in eine rocki-gere Richtung und dürfte dem gemeinen Metal-Fan bekannt vorkommen: Von der Melodie her wurde ganz schön dreist bei Ozzys ‘Perry Mason’ abgekupfert, was aber keineswegs stört, sondern in diesem Fall wie ein richtig verrücktes Cover klingt. Mit ‘Jólablót’ biegen sie allerdings auf eine ganz eigene Spur ab. Ein stampfendes Mastodon-Riff mit brachialen Vocals, dazu Tremologitarren-Sounds, die vom Klang kaum wiederzuerkennen sind. Es hat etwas von säbelndem Synthesizer – schrill und schneidend, aber perfekt über das Gekloppe gelegt. ‘Here Be Dragons’, das vom Titel her schön mit dem Band-Namen spielt, gibt dafür dem Schlagzeug mehr Raum. Ursprüngliche, trabende Rhythmen, die immer wieder in sludgige Breakdowns münden. ‘Wrath’ hingegen ist ein astreines Punk-Stück. Doch Draken können auch anders, wie sie mit ‘Endtyme’ zeigen. Eine verträumte Ballade mit sowohl rauen Growls als auch klarem Gesang. Dazu sanfte Gitarren und damit brechende harte Riffs und Schlagzeugsalven. Genial.
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