Kritik zu EISREGEN Fleischfilm

EISREGEN Fleischfilm

Dark Metal, Massacre/Soulfood (11 Songs / VÖ: 5.5.)

5/ 7
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Premiere bei Eisregen: Die Thüringer veröffentlichen mit FLEISCHFILM ihr erstes Konzeptalbum. Zusammenhängende Stücke gab es von ihnen zwar schon wiederholt (nicht zuletzt auf dem 1998er-Debüt ZERFALL), nun aber huldigen die Mördermusiker ihrer Liebe zum italienischen Horrorkino der Siebziger- und Achtziger Jahre mit ganzen elf Songs. Das hinterlässt auch musikalisch Spuren!

Vorhang auf: Bereits der Opener ‘Drei Mütter’ überrascht mit Keyboard-Fanfaren und Chören, die dem altbekannten Eisregen-Sound einen gänzlich neuen Dreh verleihen. ‘Jenseits der Dunkelheit’ unterhält mit dröhnenden Orgel-Sounds, welche die nervöse Black Metal-Instrumentierung und bedrohlichen Flüsterpassagen untermalen. Ohne klassischen Refrain erinnert (nicht nur) diese Nummer tatsächlich an einen Film-Soundtrack und zaubert morbide Gruselfilmatmosphäre – wenn auch zulasten der Eingängigkeit.

Dem Albumkonzept treu punktet ‘Syndikat des Schreckens’ mit betörend billig klingenden Synthies, und ‘Nahe der Friedhofsmauer’ zusätzlich mit Flamenco-Schunkel-Refrain. ‘Satan der Rache’ kombiniert letztlich auf erstaunliche Weise Motive des Italo-Western mit Eisregen-Trademarks. Auch die Song-Titel und Texte strotzen vor Anspielungen an das italienische Horrorkino, die Kenner mit der Zunge schnalzen und verstaubte VHS-Kassetten ausgraben lassen, wenngleich die Band um Michael „Blutkehle“ Roth lyrisch nicht aus ihrer Haut kann. So überraschend, kreativ und spaßig klangen Eisregen (trotz starker letzter Alben) schon lange nicht mehr!

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