Hereinspaziert! Durch den Spiegel in eine Anderswelt, in der Psychedelic, Progressive, Stoner Rock und Doom in oszillierenden Schlieren wabern. Vor rund zwanzig Jahren an der US-Ostküste gegründet und mittlerweile in Deutschland beheimatet, sitzen Elder recht fett in ihrem Segment. Doch nach INNATE PASSAGE (2022) war der Tank erst mal leer. Die Pause hat dem Quartett gutgetan und eine selbst gesetzte harte Deadline half, sich nicht zu verdaddeln im ADHS-Monsterprog, wo alles so schön bunt ist. An die helle, leicht entrückt beziehungsweise entfernt wirkende Stimme von Nick DiSalvo muss man sich stets neu gewöhnen – aber klar, er dürfte gar nicht anders klingen, es geht nur mit dieser Classic Seventies-Stimme. Das Konzept hinter THROUGH ZERO ist ein Hin- und Herflippern über die Nulllinie, vom Positiven ins Negative und zurück. Die Tracks reflektieren das – flackernd, rasant, dunkel, schillernd, getrieben. Wer hier morschen Stoner-Sound sucht, bitte weitergehen: Das von der Band mitproduzierte und -gemischte Album klingt extrem clean und präzise, ist eher Steven Wilson meets Long Distance Calling & Pink Floyd auf Speed als Electric Wizard. Aber das ist eigentlich schon seit dem 2015er LORE so; Elder streifen den Fuzz nur noch als Akzent. Anspieltipps? Müßig, jedes Stück ist ein Kosmos. Der Titel-Track strahlt warm wie die Sonne, ‘Sight Unseen’ bietet Ruheinseln, der Space von ‘Strata’ ist kühl. Persönlicher Favorit: der bassschwere, vertrackte Opener ‘Sigil To Ruin’.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
