Die kleinen Dissonanzen, die das fünfte oder sechste (je nachdem, ob man TODBRINGERIN als Neuaufnahme von TODBRINGER zählt) von Lukas Gosch und seinen Mitstreitenden eröffnen, fügen sich rasch zu einem harmonischen Diskurs zusammen. ‘Nur’ nennt sich die kleine, aber schon zwei der wichtigsten Claims von Ellende absteckende Ouvertüre, bevor die zwei Teile von ‘Wahrheit’ mit Gepolter und Gekreisch das aurale Spektrum ausfüllen und zum ersten wohligen Suhlen in von Hoffnungsresten durchzogener Melancholie einleiten. Auf der einen Seite passt die Ästhetik von Ellende perfekt in das etablierte Sound-Gerüst von vergleichbaren Bands wie, um in Österreich zu bleiben, Harakiri For The Sky oder Karg. Andererseits schaffen es Ellende, die Bühne ihrer Emotionen ins scheinbar Endlose zu weiten, mit ausufernden, filigran suchenden Arrangements, in denen auch mal eine Kuhglocke traurig scheppern darf, und dynamischen Inszenierungen, die den Post Black Metal mit den Tugenden des Post Metal und Post Rock verknüpfen, anstatt dir durchgehend die Haare zu föhnen. Musikalisch ist das hier in einer eigenen Klasse. Es hätten zwar ein paar mehr große Songs herauskommen können, an großen Momenten mangelt es aber nie.
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