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Evermore MOURNBRAID

Power Metal, Scarlet (10 Songs / VÖ: 20.3.)

3.5/ 7
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Ich benötige bitte eine Schaufel – nein, korrigiere: Wir brauchen auf MOURNBRAID schweres Gerät! Denn eigentlich möchte man die grundlegenden Riffs dieser Scheibe dringend von überflüssigem Ballast befreien. Gitarrist Johan Karlsson macht bei diesem Trio nämlich seit Jahren sehr viel richtig. Schon auf COURT OF THE TYRANT KING (2021) und IN ­MEMORIAM (2023) zeigte die Band, dass sie Power Metal mit ordentlich Biss und einer spürbaren Portion Aggressivität interpretieren kann. Auf MOURNBRAID halten sich die Schweden im Vergleich sogar dankenswerterweise noch zurück. Zieht euch mal die Riffs und Soli von ‘Underdark’, ‘Nightstar Odyssey’, ‘Ravens At The Gates’ oder ‘Armored Will’ rein: Das ist bestes Futter für alle härteren Judas Priest-Fans. Die Gitarrenarbeit hat Punch, Drive und eine Schärfe, die deutlich ohne Frohlocken auskommt. Auch Frontmann Johan Haraldssons Stimme hat jene Ausdruckskraft, die an einen jungen Tim „Ripper“ Owens erinnert. Blöderweise scheint dem Trio jedoch jemand eingebläut zu haben, man müsse dieses Genre zwangsläufig mit bräsigem Kitsch zukleistern. Immer wieder schieben sich pathetische Schichten, süße Arrangements und unnötige Zierde über das eigentlich starke Fundament. Das ist schade, denn das rohe Potenzial dieser Band liegt nach dem Studio­besuch ­spürbar unter einer dicken Schicht Produktions­zucker begraben. So bleibt ein Album mit starken Riffs, guter Substanz – aber zu viel dekorativem Pomp.

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