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Feuerschwanz METVERNICHTER Review

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Eines muss man Feuerschwanz lassen: Diese Band versteht es wie keine andere, bei ihren Hörern eine inbrünstige Sehnsucht nach dem Mittelalter aufkommen zu lassen. Zu jener Zeit wurden schlechte Hofnarren nämlich noch zu einer letzten Sondervorstellung an den nächstbesten Galgen gebeten.

Die selbsternannte Mittelalter-Comedy-Truppe kennt keine Gnade – und das bereits zum dritten Mal. Schon das Artwork von METVERNICHTER löst eine mittelschwere Schockstarre aus, aber das wollen wir hier mal nicht so eng sehen. Das Problem ist viel eher, dass die sechs Bayern aus Bayern (Achtung: angepasstes Humorlevel) ungefähr so witzig sind wie der Hias im Musikantenstadl. Für Textzeilen wie „Am Heuboden ganz ungeniert hat er sie richtig penetriert“ (hihihi), „Ich bin von deinem Fleisch so voll – ich bin dumm, ich bin ein Troll“ (hohoho) oder „Ich schau mich um und seh nicht recht – die Beine lang, die Brüste echt“ (hehehe) würde sich jeder Sonderschüler in Grund und Boden schämen.

Apropos Musikantenstadl: Dort wäre „Des Hauptmanns geiler Haufen“ (so der Zweitname des bumsfidelen Bumsrudels) im Übrigen auch musikalisch hervorragend aufgehoben. Eine Nummer wie „Schnaps und Schnecken“ könnte im Prinzip auch von Truck Stop stammen – wenn die nicht ein entschieden höheres Niveau hätten (womit nicht gesagt sei, dass deren Niveau hoch wäre).

Wenn ihr mal wieder richtig lachen wollt, dann schaut euch „Die Ritter der Kokosnuss“ an oder geht zu einem Judas Priest Konzert. Das hier ist einfach nur traurig.

Wolfgang Kuhn


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