Keine Überraschung im Märchenland: Wer Feuerschwanz bisher doof fand, darf das auch weiterhin tun. Jener vergnügungssüchtige Pöbel, der Spaß am mittelalterlich-pubertären, geigen- und flötendurchtränkten Met-Metal der Franken findet, hat dagegen allerlei Grund, sich zu freuen.
Zugegeben: Wo es moderner grooven soll, stockt’s vereinzelt etwas (‘Ketzerei’). Doch wer offenen Ohres herangeht, mag manchen Schritt nach vorne vernehmen! Neben Met und Blödsinn stehen nämlich vermehrt Moral und Wahnsinn auf der Feuerschwanz’schen Themenliste. ‘Taugenix’ erfreut als positive Hymne aufs vermeintliche Versagen, ‘Hexenjagd’ prangert trotz wunderbar debilem ‘Die nackte Kanone’-Intro Lynchmob-Mentalität an. Hinter ‘Nachtlied’ verbirgt sich eine nachtschattige Ballade, ‘Teufel’ entpuppt sich als stark geschriebener Rock-Song mit erfrischenden Gitarrensoli. ‘Es wollt ein Bauer früh aufstehn’ und ‘Ringelpietz’ dagegen betreiben schlüpfrige Wurzel- und Konzertpflege, wie auch der Titel-Track ‘Sex is Muss’ live Spaß und feuchte Höschen verspricht.
‘Krieger des Mets’ schließlich macht in Sachen musikalischen und lyrischen Muskelspiels Manowar Konkurrenz – und damit bald noch direkter den amtierenden „Verteidigern des Blödsinns“ J.B.O. Die neue Generation fränkischen Metal-Humors ist spritzig, sexy und wild – und macht langsam, aber sicher ernst!
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Bagman
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