Sieben Jahre nach INTO THE CATACOMBS OF FLESH bleibt bei Fleshcrawl alles anders. Unverändert ist die unbändige Liebe der 1987 von Schlagzeuger Bastian Herzog gegründeten Bayern zu schwedischem Death Metal. Neu sind dagegen drei Mitglieder, die sich auf dem zehnten Fleshcrawl-Album als Glücksgriffe erweisen. Die Gitarristen Apu Justin Reisch und Christian Kalbrecht verleihen altbekannten, andernorts längst totgehörten Stilmitteln eine im Old School-Sektor seltene Frische. Ihre HM-2-Riffs schärfen Herzogs Blastbeats und geben seinen Grooves zusätzliches Gewicht. So erreicht die Kopfnickskala in Brechern wie ‘Blood Dominion’ oder ‘Committed To Suffer’ neue Höhen. ‘Reign Forever’ demonstriert die Wucht skandinavischer Stahlkultur in Reinform, während rockige Einsprengsel ‘Orphan God’ zur sicheren Bühnenrakete machen. Doom-Einschübe (‘Path Of Thorns’) und pointierte Melodien setzen weitere Akzente: In ‘Grave Messiah’ flackern frühe In Flames, in ‘Embers Of Wrath’ Edge Of Sanity auf. Mit Borisz Sarafutgyinov haben Fleshcrawl zudem einen würdigen Ersatz für den 2021 verstorbenen Sven „Svenson“ Groß gefunden, der gleichermaßen intensiv grunzt, keift und röchelt. Ja, das alles ist (bewusst) weiterhin frei von Innovationen und Experimenten und staubt mehr als Knäckebrot. Aber: Packender, respektvoller und stiltreuer
als auf EPITOME OF CARNAGE lässt sich dieses Genre kaum umsetzen.
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