„Bringst du mal den Müll raus?“, „Wie lange brauchst du noch?“, „Wann sind wir endlich da?“: Mit ihren im Schnitt achtminütigen Songs liefern Goatsmoker die perfekte „Nur noch ein Lied“-Ausrede. Wer sich darauf einlässt, braucht Geduld und Sitzfleisch. Die Kopenhagener Doomer haben ihren Klangcharakter in einem Bunker aus Zeiten des Kalten Kriegs geschmiedet und das zweite Album live in einer ungeheizten Scheune in Schweden aufgenommen. Genau so fühlt sich E.R.I.S. an: ungeschönt, frostig, von der Menschheit und jeglicher Hoffnung im Stich gelassen, gespenstisch, schwer wie Stahl. Tief gestimmte Gitarren, Zeitlupenrhythmen und leidender Grummelgesang fließen zu einer zähen Masse, aus der es kein Entkommen gibt. In ‘Cursed’ zermürbt das Warten auf den nächsten Akzent die Nerven, ‘God Of Gunzilla’ zerstampft Geist und Seele. Wie schon 2022 auf E.O.T.A. brechen Goatsmoker zu selten aus ihrer zelebrierten Lethargie aus, um dauerhaft zu fesseln. Nur ‘Waiting’ überrascht, zieht kurz in rockige und extremmetallische Gefilde an und brilliert mit beinahe entspannten New Orleans-Soli à la Down. Ansonsten bleibt E.R.I.S. ein (gewollt) schwer verdaulicher Brocken – und ist dabei mindestens so anstrengend wie die Fragenflut ungeduldiger Mitmenschen.
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