Douglas Robinson und Sal Mignano von The Sleeping schließen sich mit Josh Eppard von Coheed And Cambria zusammen, starten eine neue Band und holen sich für ihr Debüt GREY direkt noch Frank Iero (‘New You Anthem’) dazu. Könnte man locker größer, lauter und spektakulärer aufziehen, machen sie aber nicht. Und sie versuchen auch nicht krampfhaft, sich komplett neu zu erfinden. Stattdessen bündeln sie einfach das, was sie sowieso schon gut können und drehen es in eine moderne, zugängliche und ziemlich druckvolle Richtung. Das Spannende daran: Die Mischung funktioniert, ohne nach „Crossover-Projekt“ zu klingen. Die emotionale Direktheit und Eingängigkeit von The Sleeping trifft auf die präzise, treibende Rhythmik von Coheed And Cambria, aber das Ganze wirkt eher wie ein gemeinsamer Nenner als ein Zusammenschnitt. Klanglich spielt GREY genau mit diesen Gegensätzen: ruhiges, fast bodenständiges Gefühl auf der einen Seite, dann wieder richtig Druck und Energie auf der anderen, wenn die Lieder aufdrehen. Kantige Gitarren, ein präsenter Bass und Drums, die konstant auf den Punkt sind – alles sitzt, ohne überladen zu wirken. Was auch hängenbleibt, ist dieser Flow: Das Werk läuft durch, statt sich in einzelne Highlights zu zerlegen. Es bewegt sich ständig, bleibt in Spannung und verliert dabei nie seine Leichtigkeit.
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