Der fünfte Langspieler der schweizerischen Formation startet mit gewohnten Klängen: Tiefer, kratziger Gesang, umgeben von donnernden Riffs, die sich mit Synthesizern und orchestralen Einspielen paaren und ordentlich nach vorne gehen. ‘Pitch Black’ enthält teilweise Symphonic Metal-Anleihen, während ‘Btch Please’ dezent in Richtung Industrial abdriftet. In ‘The Fine Art Of Breaking Up’ spritzt Fronter und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Matteo vDiva Fabbiani mächtig giftige Töne. ‘Why Did You Get So Dark’ und ‘Safeword’ schlagen derweil deutlich sanftere Töne an. Hier zeigen Hell Boulevard ihre melancholische Seite, wobei Fabbianis ruhige Gesangs-Parts wirklich berühren. Das brachiale Intermezzo gegen Ende der erstgenannten Nummer stört die aufgebaute Stimmung indes. Mit ‘Rebels’ hat das Quartett eine Nummer kreiert, bei der live sicher gut die Post abgeht. ‘As Bad As I Can Be’ hat ist eine regelrechte Achterbahnfahrt durch Genres, Tempi und Emotionen – laut, leise, schnell, langsam, heftig donnernd, elektronisch-poppig, sinfonisch: In nahezu jeder Sekunde wartet eine neue Überraschung. Zu viel? Vielleicht. Generell setzten Hell Boulevard mit MADE IN HELL jedoch eher auf die sichere Karte. Nachdem sich in der Vergangenheit reichlich ausprobiert wurde, ist es durchaus möglich, dass sich Fabbiani und Co. musikalisch gefunden haben. Vielfältigkeit und Experimentierfreude in allen Ehren – manchmal ist Mut zur Lücke aber auch nicht das Schlechteste.
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