Der Anspruch von ‘Hytale’ ist gigantisch: Entwickler Hypixel Studios will damit nichts weniger als ‘Minecraft’ (2009), das erfolgreichste Videospiel aller Zeiten, vom Thron stoßen. Und tatsächlich erinnert der Titel optisch stark an das Pixelabenteuer von Mojang: Eine Welt bestehend aus viereckigen Klötzen, in charmanter Retrooptik, und die kreativen Möglichkeiten scheinen schier endlos. Doch ‘Hytale’ will mehr sein als nur ein Echo. Bei den ersten Gehversuchen fühlt es sich an, als sei hier an vielen Ecken und Enden die Formel des Vorbilds nicht nur übernommen, sondern weitergedacht und ausgebessert worden – auch deshalb, weil sich bereits früh eine aktive Community-Kultur abzeichnet, in der Modding, gemeinsames Bauen und kreative Selbstermächtigung zu sozialen Triebfedern des Spiels werden. Aber genügt das, um ‘Minecraft’ tatsächlich den Rang abzulaufen? Kurze Antwort: Eventuell. Denn auch ‘Hytale’ entfaltet seine größte Kraft im kreativen Umgang mit seiner Welt.
Aus einzelnen Blöcken werden immer neue Items und Waffen gecraftet, die den Spielfluss vorantreiben und ständig neue Möglichkeiten eröffnen, wie ein stetig wachsender Baukasten der Imagination. So weit, so bekannt. Und doch fällt auf, dass die prozedural generierten Welten deutlich abwechslungsreicher und spannender gestaltet sind, als dies in ‘Minecraft’ oft der Fall ist. Trotz aller Euphorie und der vielen positiven Aspekte sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei ‘Hytale’ um einen Early Access-Titel handelt. Die mediale Dauerpräsenz sowie der fortwährende Vergleich mit ‘Minecraft’, der sich zugegebenermaßen auch aufdrängt, dürften die Faszination bis zum nächsten großen Inhalts-Update zumindest etwas schmälern. Und auch wenn der bisherige Umfang für ein Spiel in diesem Entwicklungsstadium durchaus beachtlich ist, bleibt es im direkten Vergleich mit ‘Minecraft’ (noch) zurück.
