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Ihsahn Das Seelenbrechen

Progressive Metal, Plastic Head/Soulfood 10 Songs

6.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Er muss eigentlich nur den Mund aufmachen, und hat schon gewonnen. Als Sänger der Avantgarde Black Metal-Legende Emperor prägte Ihsahn das Genre mit seinem kratzig-fauchenden Organ entschieden mit, zeigt sich solo allerdings weitaus umtriebiger als noch zu Zeiten der Schwarzmetallkaiser. DAS SEELENBRECHEN ist sein fünftes Soloalbum seit 2006, nach der Trilogie und dem schizophrenen AFTER steuert er sein Projekt weiterhin durch die Fahrwasser progressiver Psychosen – musikalisch wie textlich, versteht sich. Durchaus verkopft, symbolbeladen und sperrig, aber eben durch und durch mit der Handschrift jenes Komponisten, der das wahnwitzige Emperor-Abschiedswerk PROMETHEUS: THE DISCIPLINE OF FIRE & DEMISE im Alleingang komponiert hatte.

Genie und Wahn liegen auch in der Telemark eng beieinander. Ähnlich eng verzahnt ist auf DAS SEELENBRECHEN die absolute Hingabe an die Kunst in Form von atonalen Strukturen, verschachtelten Rhythmen und querköpfigen Klängen mit dem Gespür für epische Melodien, packende Chöre und bombastische Refrains. ‘Regen’ ist ein solch hymnisches Epos, direkt gefolgt vom Siebziger-Charme in ‘NaCl’, einer trippigen Pop-Ballade (‘Pulse’) und einem Progressivorgasmus wie ‘Tacit 2’.

Viel drin, viel dran, und dennoch leichter zugänglich als die letzten Werke des Norwegers lautet demnach ein Fazit, welches diesem Album dennoch nicht ganz gerecht wird. Obwohl nicht jede Idee zündet und nicht jeder Stilwechsel sofort nachvollziehbar ist, bleibt die Gewissheit, dass der Komponist bei jeder Note ganz genau weiß, was er tut. Und manchmal auch ganz bewusst darauf pfeift, verstanden zu werden.


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