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Judas Priest FIREPOWER

Heavy Metal       , Sony (14 Songs / VÖ: 9.3.)

6/ 7
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Wo stehen wir mit dem 18. Judas Priest-Album? Den Vorgänger REDEEMER  OF SOULS (2014) umwehte der Hauch des möglichen Abschieds, zu­gleich feierte Richie Faulkner seinen Gitarren­einstand. Das Ergebnis: eine Scheibe, die sich wie eine lebendige Verneigung vor der eigenen Historie anfühlte. Ist FIREPOWER jetzt also „nur“ ein nächstes weiteres Judas Priest-Album?

Ja und nein: Neue Akzente setzen die Briten gewiss kaum, grasen aber weniger offensichtlich ihre Diskografie ab, sodass das Werk insgesamt runder und stimmiger daherkommt. Trotzdem strahlen alte Großtaten zu hell, als dass man sich nicht immer wieder daran erinnert fühlen könnte. Das ist ein bisschen Metal-„Malen nach Zahlen“, aber genau dies wird erwartet und möchte man doch von einem Album namens FIREPOWER bekommen!

Der Titel-Song, der den Geist von ‘Painkiller’ und noch deutlicher ‘Jawbreaker’ atmet, dient als schneller und harter Einstieg in das Album. Sofort wird offensichtlich, wie gut der Band die zeitgemäße Produktion von Andy Sneap in Kombination mit Band-Intimus Tom Allom tut: Die Drums krachen und rollen, der Bass pumpt, die Gitarren sägen, und Halfords einzig­artige Stimme glänzt in allen Tonlagen, ohne gekünstelt zu klingen. Solo zum Niederknien? Check!

‘Lightning Strike’ schlägt in die gleiche Kerbe, bevor ‘Evil Never Dies’ erstmals auf die Bremse drückt und dabei mit düster-rockigem Groove an ‘Eat Me Alive’ gemahnt. ‘No Surrender’ entpuppt sich als knackig-simple Aufputsch-Metal-Hymne mit fast poppigem Glam-Refrain – ein ­sicherer Metal-Disco-Hit. ‘Flame Thrower’ schraubt den Rock’n’Roll-Faktor hoch, und nach einer fast sakralen Bridge ruft der bissige Refrain ‘Grinder’-Erinnerungen hervor.

Obwohl die headbang-kompatiblen Strophen von ‘Spectre’ etwas blass bleiben, begeistert der unterkühlte, überraschend aufgelöste Refrain. Das Album-Highlight ‘Rising From Ruins’ kombiniert ‘Desert Plains’-Breitwandklang mit dem feinen Melodiegefühl eines ‘Out In The Cold’ und der Magie von ‘The Green Manalishi (With The Two Pronged Crown)’. Für derlei Melodien und erhabene Soli liebt man Priest!

Leider schwankt das Niveau zwischenzeitlich etwas: Der gefällige, fast radiokompatible Rocker ‘Never The Heroes’ hinterlässt trotz ­knackiger Riffs einen etwas faden ­Beigeschmack, und der Refrain des finsteren ­‘Necromancer’ erinnert blutleer gar an JUGULATOR-Zeiten. Auch ‘Children Of The Sun’ bleibt als Midtempo-Banger trotz ‘Night Comes Down’-artigem Zwischenteil nur (gutes) Mittelmaß.

Obwohl also im Mittelteil zwei, drei Songs weniger dem Album gut­getan und Judas Priest manchen Gänsehautmoment treffender ­hätten heraus­arbeiten können, liefern die Urgesteine mit FIREPOWER ein solides und abwechslungsreiches Priest- sowie schlicht sehr gutes, klassisches Heavy Metal-Album, das nicht an Band-Klassiker heranragt, aber ausreichend Zündstoff für die nächsten Live-Jahre bietet.

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Journey: Notoperation bei Gitarrist Neal Schon

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