Fünf Alben, allesamt von Oranssi Pazuzus Niko Lehdontie produziert, können Kaleidobolt nun schon auf ihrem kreativen Konto verbuchen. KARAKUCHI, das neueste Werk des hanebüchenen Helsinkier Power-Trios, schlägt stilistisch abermals eine kernige Kerbe in das Genre-Grenzland von Garagen- und Psychedelic Rock sowie Proto Metal und Prog (der königlichen King Crimson-Prägung). Mal rotzig und trotzig wie Motörhead (‘Light On, Nobody Home’), dann im nächsten Song schon wieder – zumindest im Refrain – himmelhochjauchzend hymnisch und The Beatles-melodisch (‘Coping’), muss man schon ein Herz für schräge Vögel und verrückte tonale Visionen haben, um den richtigen Zugang zu Kaleidobolt zu finden. Das schlägt sich diesmal auch im Album-Cover-Segment nieder, welches wie eine KI-generierte biomechanische binäre Fiebertraumvorstellung eines Crust Metal-Artworks anmutet – auch wenn KARAKUCHI kein Stück danach klingt. Wer also immer schon wissen wollte, wie sich The Hellacopters anhören würden, wenn man sie zwingen würde, ihre Heldenhuldigungen schelmischer und anarchischer anzugehen (und begleitend dazu einen Haufen psychoaktiver Substanzen anstelle des gewohnt gepflegten Gerstengebräus zu konsumieren), kann hier getrost einsteigen.
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