Katatonia CITY BURIALS

Dark Metal, Peaceville/RTD (12 Songs / VÖ: 24.4.)

6.5/ 7
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Eine Pause wollten sie sich gönnen. Sich auskurieren, sammeln, überlegen, wohin die Reise gehen soll – dieses Jahr gibt es die Band immerhin schon 30 Jahre. 30 Jahre, in denen viel passiert ist, Katatonia einen Wandel hingelegt haben vom Doom Death-Act hin zum Dark Prog. Dass das geklappt hat, zeigt, welche Qualität die Band besitzt – die meisten scheitern schließlich an ihrer eigenen Neuerfindung. Und doch: Jonas Renkse, Anders Nyström & Co. wollen nicht auf der Stelle treten. Das war damals der Motor zum Wandel – und der Wunsch schlummert auch jetzt noch in ihnen.

Das letzte Album THE FALL OF HEARTS (2016) mit seiner progressiven Schlagseite zeigt das deutlich. Wohin also? Was können wir gut? Was liegt uns am Herzen? Wie weit können wir gehen? CITY BURIALS beantwortet diese Fragen, jedenfalls zum Teil. Mit ‘Heart Set To Divide’ startet die Platte vorsichtig, als würde die Band ausloten wollen, was sie sich selbst und anderen zumuten kann. ‘Behind The Blood’ blüht dann richtig auf. Der Track vereint die Power der Mittzweitausender-Alben mit dem progressiven Ansatz der jüngsten Scheibe. Der dritte Song ‘Lacquer’, das erste Lebenszeichen nach der Pause, ist stark Beat-getrieben und vergleichsweise minimalistisch, mit starker Betonung des Gesangs.

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Das zeigt auch schon das Spektrum, in dem sich CITY BURIALS bewegt. Katatonia sind darauf bedacht, ihre Trademarks zu erhalten. Sie brauchen aber auch Luft zum Atmen, Entfalten, sich selbst Spüren. Diese Momente überwiegen nicht, sie brechen nur manchmal hervor, in Details wie einem klassischen, röhrenden Metal-Solo. Oder einer Passage, in der sich Renkse traut, so überbordend-dramatisch seine Gefühle zu zementieren wie einst Chris Cornell. Oder in ‘Lachesis’, einem auf den ersten Blick typischen Katatonia-Track der jüngeren Geschichte mit proggigem Grundton – doch der Chorus ist mehr Pop, als es sich die Band zuvor getraut hatte. Und so zeigt CITY BURIALS vor allem eines: Es schlummert noch Leidenschaft in dieser Band. Die Reise ist noch nicht vorbei – zumindest, wenn die Schweden Unterstützung darin bekommen, sich selbst nicht eins zu eins wiederholen zu müssen. Und diese Songs zeigen: Nein, müssen sie nicht.

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