Dass der Name Wayfarer unmittelbar ein seit den Fünfzigern produziertes Sonnenbrillenmodell der Marke Ray-Ban vor Augen ruft, liegt vermutlich daran, dass ebenselbiges insbesondere in den Achtzigern (und durch die TV-Serie ‘Miami Vice’) einen immensen Popularitätsschub erfahren hat und seitdem zum ikonischen Inventar der Populärkultur avanciert ist. Direkt hat dies alles mit Kerrigan, der baden-württembergischen Band aus dem Breisgau, nichts zu tun, die ihr zweites Album sicher aus ganz anderen Gründen (wie etwa der deutschen Übersetzung für Wayfarer mit dem Wort Wanderer) benannt hat. Und doch ist der Einfluss der dunklen Achtziger auf dieses Zweitwerk unüberhörbar. Am klassischen melodischen, aber auch epischen Metal geschult und auf instrumentaler Ebene neuere Bands wie etwa Enforcer evozierend, ist es allen voran der hohepriesterliche bis außerweltliche Ausnahme- und Charaktergesang von Frontmann und Gitarrist Jonas Weber, der viel von der Faszination der Freiburger Formation ausmacht – und streckenweise gar entfernt mit einem Davy Vain (insbesondere ‘Fighter’ atmet Sleazer-Luft) vergleichbar ist. Womit die atmosphärischen Qualitäten des Quartetts und das hervorragende Songwriting keinesfalls zu schmälern seien. Superbe Stücke wie (das akut perfekt zur widerlich winterlichen Witterung passende) ‘The Ice Witch’, ‘Surrender’, der epische Titel-Song oder ‘Blood And Steel’ untermauern Kerrigans Stellenwert als teutonische Stahlhoffnungsträger nur noch weiter.
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