Kritik zu Necros Christos DOMEDON DOXOMEDON

Necros Christos DOMEDON DOXOMEDON

Death Metal, Sepulchral Voice/Soulfood (11 Songs / VÖ: 18.5.)

6/ 7
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„Das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.“ Beim vorliegenden Fall ist es eher so, dass das Hörbare ewig bleibt, denn Fans der bibelfesten Berliner Death-Metaller Necros Christos müssen nun stark sein: Wie angekündigt, schließen sie nach TRIVNE IMPVRITY RITES und dem vor sieben Jahren erschienenen DOOM OF THE OCCULT mit DOMEDON DOXOMEDON nicht nur ihre Album­trilogie, sondern (abgesehen von noch zu spielenden Konzerten) auch ihre Karriere ab. Und wie bei der ebenso ausgiebigen Vorbereitungszeit nicht anders zu erwarten war, tun sie das mit einem lauten Knall von Mammutwerk.

Das Album wird mit rund 112 Minuten Laufzeit als monströse Dreifach-LP und -CD erscheinen, aufgeteilt in drei triadische Altäre mit Tempeln, Toren und, zu guter Letzt, Metal-Songs. Bei den 27 Stücken bringen es aber allein die neun Songs auf rund 85 Minuten Spielzeit zwischen sechs und 14 Minuten Spielzeit. Easy Listening geht anders, ebenso wie Necros Christos zum Glück keine nichtssagenden Hokuspokus­rituale fabrizieren, sondern ein bis ins letzte Detail ausgefeiltes Konzeptalbum vorlegen. Dazu passt ihre manchmal krude, dräuende, aber dennoch fesselnde Interpretation von obskurem Death Metal, der musikalisch wie eine weniger wüste, dafür aber um so okkultere Variante früher Morbid Angel klingt, wobei die Vocals gelegentlich an den ganz jungen Nick Holmes erinnern.

DOMEDON DOXOMEDON ist nichts für Zwischendurch. Wer sich aber die (Aus-) Zeit von der Realität nimmt, wird sicher Freude daran entwickeln, das vielschichtige Werk mit Songs wie ‘He Doth Mourn In Hell’ oder ‘In Meditation On The Death Of Christ’ zu entdecken. Auch wenn der zwischenzeitliche Hype um Necros ­Christos partiell übertrieben erschien, ziehe ich den Hut vor der künstlerischen wie kommerziellen Geradlinigkeit der Berliner, die ihr Ding wie angekündigt durchgezogen haben und zu Ende bringen.

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