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Khemmis KHEMMIS

Epic Doom, Nuclear Blast (8 Songs / VÖ: 12.6.)

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Wenn sich eine Band dazu ent­schließt, ein neues Album mit dem eigenen Band-Namen zu benennen, ist das immer ein Statement, das meint: Dies hier könnte unsere Visitenkarte sein. Und die Messlatte liegt noch höher, wenn man feststellt, dass sich Khemmis bereits zweimal hintereinander den Titel ­„Album des Monats“ bei uns sichern ­konnten. Glücklicherweise werden die Erwartungen auch diesmal nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil sogar! Die Amerikaner machen das Triple komplett und holen sich mit ihrem Band-betitelten fünften Langspieler erneut den Sieg. Was diese Band aus Denver in Colorado so besonders macht? Wohl der einzigartige Sound, der sich keinesfalls auf eine einzige Genre-Bezeichnung reduzieren lässt. Stattdessen verbindet er gekonnt unzählige Nuancen, Genres und Einflüsse, was in der Summe jeden Song unbestreitbar als Khemmis-Werk identifiziert, auf der anderen aber auch jedem Stück auf dieser Platte seine ganz eigene Note verleiht.

KHEMMIS steigt beispielsweise mit einer ordentlichen Black Metal-Wand im Opener ‘Invocation Of The Dreamer’ ein, bietet aber auch Ausflüge in die Welten von Doom (‘Grief’s Reverie’), Heavy Metal (‘Beneath The Scythe’), Deathcore (Mo­­mente in ‘Corpsebloom Garden’) und Progressive (eigentlich überall) … Dennoch wirkt KHEMMIS nicht wild und überladen, sondern in seiner konsistenten Kontinuität ruhig, verlockend und einladend. Dazu trägt auch der klare, melancholische Hauptgesang von Phil Pendergast bei, der schier hypnotisch wirkt und zwischen den dichten Gitarren­wänden, schreienden Melodien und Soli sowie prügelnden Drums für ein wohliges und schützendes Gefühl der Entspannung sorgt. Aber auch Gitarrist Ben Hutcherson lässt es sich nicht nehmen, hier und da als Zweitstimme in Erscheinung zu treten oder mit ausgewählten kurzen Growls zu glänzen. Zwei Tracks mehr haben es im Gegensatz zu seinen Vorgängern auf dieses Album geschafft – zum Glück!

Es wäre schade gewesen, wenn uns zum Beispiel das Heavy-Power-Epic-Monster ‘Beneath The Scythe’, das Drum-Akustikgitarrenzwischen­spiel in ‘Gilded Chambers’, das düster-romantisch zehrende ‘Tomb Of Roses’ oder die sechsminütige Epic-Suite ‘Carrion King’ durch die Lappen gegangen wäre. Wer weiß, was noch alles in den Schubladen dieser Grenzsprenger ruht. Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir von den aufstrebenden Amerikanern (die Band gründete sich 2012) gehört haben. Fürs Erste geben wir uns aber gerne mit dem detailverliebten und zeitlosen KHEMMIS zufrieden – ein Album, auf dem man sicher auch nach wiederholtem Auflegen Neues entdecken wird und das noch lange in seinen Bann ziehen und nachhallen wird. Projekt Visitenkarte erfolgreich gelungen!

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