Kritik zu Lost In Grey THE GREY REALMS

Lost In Grey THE GREY REALMS

Symphonic Metal, NoiseArt/Universal (8 Songs / VÖ: 3.3.)

3/ 7
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Lost In Grey verfolgen ein ambitioniertes Konzept: Auf ihren Debütalbum erzählen sie die Geschichte von der Suche nach einer paradiesischen Gegenwelt – aufgeteilt in drei Akte, mit verteilten Rollen und entsprechend theatralisch inszeniert. Schön, dass die Finnen dabei mehr sein wollen als eine weitere Nightwish-Kopie.

Schade, dass THE GREY REALMS unter zu vielen Ideen zu leiden scheint. Dabei stimmen so viele Ansätze! Der breitwandige Sound kann begeistern: Orchester, Chor und Gitarre harmonieren wunderbar, klingen mächtig und druckvoll. Selbst in den kürzeren Songs passiert jede Menge – die Finnen bewegen sich stilistisch gekonnt zwischen Epica und Amorphis, inklusive vieler symphonischer, manch folkiger und einiger progressiver Elemente. Ebenso gefällt das Ensemble verschiedener Stimmen zumindest prinzipiell: klassischer Sopran, weiblicher Gesang in normaler Lage, männlicher Klargesang und ein paar Growls – Lost In Grey laufen nie Gefahr, ins dröge „Die Schöne und das Biest“-Muster zu verfallen. Allerdings wohnt dem auch ein nicht unerheblicher Nervfaktor inne: Der weibliche Gesang klingt oftmals nach einem knatschigen Kind, die männlichen Spoken Word-Passagen gruseln mit finsterer englischer Aussprache.

Das reißt leider immer wieder aus den wunderbar verträumten Melodien von etwa ‘Road To Styx’ oder ‘Dark Skies’ heraus. Das Sextett macht es dem Hörer nicht leicht, sich in der theatralischen Klangwelt zu verlieren und wirft zu wenige Haken aus, womit vor allem der zwölfminütige Titel-Song zur Geduldsprobe gerät. Genrefans werden an den vielen gelungenen Ansätzen ihre Freude haben; darüber hinaus steht zu hoffen, dass es Lost In Grey zukünftig gelingt, ihre Ideen schlüssiger zu verpacken.


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