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Myrkur FOLKESANGE

Folk, Relapse/RTD (12 Songs / VÖ: 20.3.)

4.5/ 7
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Kokettierte Myrkur auf ihren ersten beiden Alben mit der neckischen wie ketzerischen Fusion von Dark Folk und Black Metal, was definitorisch mancherorts zum (etwas bemühten) Zwitter-Genre Blackgaze stilisiert wurde, entledigt sich die als Amalie Bruun geborene Dänin auf FOLKESANGE – wie der Titel bereits vermuten lässt – jeg­lichen schwarzmetallischen Ballasts. Stattdessen rückt Myrkur den Folk-Aspekt in den Fokus. Mit antikem Instrumentarium wie Nyckelharpa, Lyre oder Mandola spartanisch bis ätherisch arrangiert und von Heilungs­praktiker Christopher Juul mit authentisch konservatorischem Aplomb produziert, gibt sich Myrkur traditionstrunken tradiertem (über­wiegend) skandinavischem Liedgut hin. Zu alten Folklore-Weisen wie etwa ‘Fager som en ros’ oder ‘Gammelkäring’ gesellt sich das von Bruun international im englischen Idiom verfasste, mittelalterliche Musikalität und Mythologie ver­mischende ‘Leaves Of Yggdrasil’ oder das auf einem Gedicht der isländischen Edda basierende ‘Tor i Helheim’.

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Und mit der Wahl der klassischen schottischen Ballade ‘House Carpenter’ findet sich Myrkur in bester Folk-Gesellschaft von vorangegangenen Interpreten wie Dylan, Baez, Pentangle oder The Handsome Family. Feenhaft und mit der nötigen rituellen Überzeugung dargeboten, geraten sämtliche Stücke von FOLKESANGE zu einem feingliedrigen, feierlichen Festakt der Wurzelverbundenheit. Inwieweit Bruuns Mutterwerdung unlängst die Abkehr von dem noch alptraum­inspirierten MARERIDT und die Hinwendung zum liebevollen wie fürsorglichen Folklore-Passage-Ritus motiviert hat, kann und darf indes nur spekuliert werden.

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