Es war ja eigentlich klar, dass Nickelback auf DARK HORSE stilistisch nicht völlig umsatteln – zu erfolgreich outete sich ihr Mix aus fetter Produktion, modernem (Hard-) Rock und den unvermeidlichen Pop-Balladen in der Vergangenheit.
Da stelzt die Schwiegermutter ebenso zum Media Markt wie der Harleyfahrer und die Haushaltsputze, um sich die neue CD der Kanadier zu sichern. Alleine das letzte Album ALL THE RIGHT REASONS warf fünf US-Top 20-Singles ab, bei DARK HORSE werden es kaum weniger sein. Mir bereiten aber gerade diese eingängigen Radio-Nummern die größten Magenschmerzen – jedes mal der selbe Aufbau, jedes mal dieselbe Grundstimmung, jedes mal die gleiche Leier von Frontmann Chad Kroeger. Ich-kann-es-nicht-mehr-hören… . Was man Nickelback bei allen Selbstkopie-Tendenzen allerdings zugute halten muss: Man merkt ihnen immer noch an, dass ihre Wurzeln tiefer im traditionellen Rock und Metal liegen, als man heute anhand ihres heutigen Mainstream-Publikums vermuten möchte.
Man lasse sich nur mal vom ‘Next Go Round’-Riff oder von den bratenden Gitarren des Openers ‘Something In Your Mouth’ den Nacken massieren – diese wilden Momente bilden allerdings die Ausnahme, ansonsten wird das Pferd an der kurzen Leine geführt.
Wer bislang den Nickelback-Stallgeruch liebte, kann natürlich auch DARK HORSE uneingeschränkt die Sporen geben. Mir ist dieses Ross aber insgesamt wieder mal zu zahm…
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