Schmückte der ausgeschriebene Gruppenname – The Neal Morse Band – noch als Zusatz den Vorgänger INNOCENCE & DANGER (2021), begnügt man sich inzwischen mit dem Kürzel. Und auch die Spielzeit des analog als Apronym gestalteten L.I.F.T. fällt mit 71 Minuten vergleichsweise fast schon ins EP-Segment. Sogar die einzelnen Song-Spielzeiten fallen bis auf das elfminütige Finale ‘Love All Along’ diesmal etwas moderater aus. Das stellt dann aber auch schon die einzigen größeren Veränderungen in Bezug auf das fünfte Album von Mastermind Morse und seinen kongenialen Kollegen (darunter natürlich auch wieder Mike Portnoy) dar. Denn auch auf L.I.F.T. inszenieren NMB melodisch beseeltes, großes Prog Rock-Kino mit dezentem Musical-Aszendenten. Narrativ erfolgt hier die Rückkehr zur Konzepterzählung, wobei sich L.I.F.T. inhaltlich lieber etwas vager gibt und die gewohnt christlich motivierten Komponenten aus Morses Feder zugunsten einer allgemeiner gehaltenen spirituellen Suche, die von Vertrauensverlust, Entfremdung, seelischer Läuterung und letztendlicher Wiederentdeckung der Liebe erzählt, weiter hintenanstellt. L.I.F.T. schafft es damit zwar nicht, zum Morse Band-Opus magnum THE SIMILITUDE OF A DREAM (2016) aufzuschließen, schafft es aber mit Leichtigkeit, dem geneigten Hörer ein neues wie erbauliches Prog-Erlebnis zu bescheren.
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