Es gibt wohl kaum einen Metalhead, der sich nicht schon zu den Klängen von Onkel Tom die Kante gegeben hat, entweder in der Kneipe, auf Feiern oder live. Und nun kommt der Sodom-Frontmann nach über zehn Jahren Pause mit einem neuen Album um die Ecke und legt mal eben das beste Werk seiner Zweitkarriere vor.
Das Motto „Nimm bekannte Trinklieder und packe sie in harte Gitarren“ musste sich irgendwann abnutzen, und deshalb sind auf NUNC EST BIBENDUM die Eigenkompositionen eindeutig in der Überzahl. Überraschend hierbei die Vielfalt, mit der die neu zusammengestellte Band zu Werke geht. Angefangen bei richtig bösem Metal (‘Bier’!) über Deutschrockiges bis hin zu punk-rockigen Klängen zeigen die Ruhrgebietler, dass auch ein bunter Mischmasch zum Ziel führen kann. Denn trotz diverser Stilistiken klingt das Album nach dem viel zitierten „einen Guss“.
Doch keine Angst, selbstverständlich steht der Spaß immer noch im Vordergrund, aber eben nicht nur. ‘Format C’ oder das köstliche ‘Lemmy macht mir Mut‘ wirken fast schon nachdenklich, doch spätestens gelungene Coverversionen von Gassenhauern wie ‘Drink doch en Met’ oder Hymnen wie ‘Auf nach Wacken’ beweisen, dass Onkel Tom heutzutage auch unterhalb der 0,8-Promille-Grenze funktioniert. Und darüber sowieso. Das einheimische Comeback des Jahres.
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