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Orbit Culture DEATH ABOVE LIFE

Death/Industrial Metal, Century Media/Sony (10 Songs / VÖ: 3.10.)

5.5/ 7
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Neue Helden sucht die Szene – und wird dabei immer öfter in musikalisch überraschend speziellen Formationen fündig: Die 2013 von Vokalist und Gitarrist Niklas Karlsson formierten Orbit Culture haben in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Sprung hingelegt – gekrönt von der jüngsten Europatournee mit Bullet For My Valentine und Trivium vor entsprechend großem Publikum. Mit ihrem anspruchsvollen, aufgrund seiner Komplexi­tät jedoch nicht leicht verdaulichen Stil konnten die Schweden viele Metal-Fans von sich überzeugen; das letzte Quäntchen fehlte aber immer. Bis jetzt: Ihrem Fünftwerk gelingt das Kunststück, den Bollwerk-Sound aus Death, Industrial und einer Prise Groove Metal mit neuen Hit-Qualitäten zu vereinen und technisch anmutende Riff-Gewitter durch klangliche Öffnungen und In Flames-artigen Klargesang mit Emotionen zu versetzen (‘Inferna’, ‘Hydra’).

Der vermeintlich paradoxe Spagat zwischen Sperrig- und Eingängigkeit gelingt insbesondere Songs wie dem wüsten ‘Bloodhound’, dem dahinschunkelnden Titel-Track oder dem in besonderem Maße für die Live-Situation geeigneten, von einer spacigen Klangfläche durchbrochenen ‘Neutral Collapse’. „Klar“ intonierte Refrains in packenden Nummern wie ‘Inside The Waves’ oder ‘Nerve’ reißen hingegen schnell mit, und teils orchestrierte Höhepunkte (‘The Tales Of War’ und ‘The Storm’) punkten mit wunderbaren Melodien – insbesondere in Letzterem heben Orbit Culture richtig ab und offen­baren ihr ganzes Hit-Potenzial. Am Ende steht die ansprechend instru­mentierte Klargesangballade ‘The Path I Walk’. Musik für den Metal-Mainstream bieten die Schweden auch auf großen Teilen von DEATH ABOVE LIFE nicht an – wer jedoch die eigenen Hör­gewohnheiten heraus­fordern und in brachiale Sound-Welten mit über­raschend ­eingängiger Note ein­tauchen will, könnte bei Orbit Culture fündig werden.

Dass sich aktuell gefühlt die gesamte Branche auf ihre Seite zu schlagen scheint (METAL HAMMER inter­viewt die Band bereits seit NIJA, 2020), dürfte beim Aufstieg helfen: Obgleich vormalige Unterstützer gerüchtehalber bereits die Live-Stärke des Quartetts fürchten und von weiteren gemeinsamen Tourneen absehen wollen, ist in naher Zukunft unbedingt mit weiteren sinnig gesetzten Supportslots vor Headliner-Helden zu rechnen. Was wiederum exemplarisch zeigt, wie man schnell groß werden kann: Lieber sich stetig vor dem sowieso euphorisierten Hallenpublikum anderer Bands beweisen, als jahrelang die eigenen 300 Fans bespaßen. Dieser Sturm ist nicht mehr aufzuhalten.

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