Hier bekommt das Motto „Wenn schon, denn schon“ einen neuen Sinn – denn wenn es schon komplett überdrehter Power Metal sein soll, dann bitte genau solcher! Anstatt alles mit Keyboards und sonstigem Sound-Ballast zuzukleistern (wie es in diesem Soundcheck eine andere Band macht), strotzen die neuen Tracks der Isländer nur so vor Durchschlagskraft. In Sachen Geschwindigkeit und Wahnwitz erinnert das an alte Sonata Arctica-Werke, wenngleich das Sextett seine Kompositionen vornehmlich mit traditionellem Instrumentarium à la Iron Maiden vorträgt – Keyboarder Bjarni Egill Ögmundsson mischt gewiss auch mit, weiß aber, wo er seine Farbtupfer auszugestalten oder eben einfach nur dezent zu unterstützen hat. Im Vergleich mit dem 2022 veröffentlichten Debüt donnert BEYOND THE REACH OF ENCHANTMENT richtiggehend aus den Boxen/Kopfhörern, sodass einen mitreißende Brecher wie ‘Sword Vigor’, ‘The Royal Road’ oder ‘Keeper Of The Crimson Dungeon’ förmlich aus den Latschen hauen. Darüber hinaus beeindrucken zum einen das Organ von Sänger Atli Guðlaugsson sowie zum anderen die exzellente Gitarrenarbeit von Bjarni Þór Jóhannsson und Ingi Þórisson, wovon man sich etwa im epischen Rausschmeißer ‘Valediction’ überzeugen kann. Mit Power Paladin wird in Zukunft zu rechnen sein.
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