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Powerwolf THE SACRAMENT OF SIN

Heavy Metal       , Napalm/Universal (11 Songs / VÖ: 20.7.)

6/ 7
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Ja, es stimmt – ein wenig bekannt kommt passionierten Powerwolf-Hörern THE SACRAMENT OF SIN schon vor: Die gerne bemühte ‘Amen & Attack’-Blaupause ‘Fire & Forgive’, das hochtrabende Latein, das Kreuz, der Wolf, die Glocken, die Orgel und selbstredend die grundlegende sakrale Atmosphäre. Nichtsdestotrotz ist dem Quintett abermals ein mitreißendes Werk voller Volltreffer gelungen, dessen Qualität sich über jeden Vorwurf im Sinne von „Das kommt mir aber bekannt vor…“ erhebt.

Denn da sind sie wieder: die unwiderstehlichen Kracher, die das Contenance-raubende Wesen des Wolfs verkörpern und sich von der ersten Sekunde an auf das Rudel übertragen – sei es der packende Einstieg, das triumphale ‘Killers With The Cross’ oder der pompöse Stampfer ‘Nightside Of Siberia’. Powerwolf wissen unbestritten, wie man zündende Live-Hymnen schreibt, und spielen diese Fähigkeit schonungslos aus. Dabei vernachlässigen die Saarbrücker auch ihr wohlbekanntes Augenzwinkern nicht und wischen mit ‘Stoßgebet’ anfängliche Zweifel hinweg, dass „der Witz“ in deutscher Sprache zu platt wirken könnte.

Ähnlich durchdacht wirken die typischen Titelalliterationen, der bewusste Bruch mit Bekanntem („Diamonds are…“) sowie in diesem Zusammenhang auch das Spiel mit der Ziffer 7, die sowohl das siebte Studioalbum als auch die titelgebenden Sakramente wider­spiegelt. Apropos durchdacht: Ob der Titel-Track, der die Sünde als achtes Sakrament aus der Taufe hebt, wohl absichtlich auf Position acht der Tracklist steht? Dem Zufall überlässt die Gruppe schließlich schon lange nichts mehr: Dorns Gesang erreicht immer neue Höhen, jede atmosphärische Note sitzt exakt da, wo sie sitzen soll; die übergeordnete Dynamik wirkt liebevoll ersonnen, und fast jeder Refrain eignet sich für die Zelebration in der unheiligen Live-Messe.

Dazu wecken dezente Anspielungen immer wieder wohlige Erinnerungen an vorangegangene Großtaten aus eigenem Hause. Dass die zuletzt etwas überstrapazierten „Hallelujah“s und „Amen“s komplett gewichen sind, zeigt den Reifeprozess der Wölfe in ähnlichem Maß wie die konzentrierte Einbindung neuer Elemente immer da, wo sie zur Thematik passen: die mittelalterliche Handwerkskulisse vor ‘Incense And Iron’, die locker eingeflochtene Spukatmosphäre oder die perfekt zum Kosmos passenden mannig­faltigen Mönchs-Chöre, die bei­spielsweise die emotionale Ge­dächt­nisballade ‘Where The Wild Wolves Have Gone’ veredeln.

Feine Details, die das Klangbild ergänzen, aber perfekt zu den gegebenen Eigenheiten passen; die keine alten Fans vergraulen, sondern die Option auf weiteres Wachstum erhalten. Und am Ende stellt sich die Frage, wie viel Wandel einer Band mit so eindeutig definierten Trademarks überhaupt guttun würde. Denn hinter dem ewigen Vorwurf verbirgt sich die höchste Kunst: Powerwolf entwickeln sich so unauffällig in kleinen Schritten und feinen Nuancen weiter, dass es wirkt, als habe man gar nichts verändert, sondern „nur“ ein weiteres großartiges Album abgeliefert.

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