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Rage AFTERLIFELINES

Heavy Metal, Steamhammer/SPV (21 Songs / VÖ: 29.3.)

5.5/ 7
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Nach dem ersten Soundcheck-Sieg der Band-Karriere mit WINGS OF RAGE (2020) und dem nicht minder starken Nachfolger RESURRECTION DAY (2021) dürfen Rage mit AFTERLIFELINES zum zweiten Mal die Auszeichnung zu unserem Album des Monats zelebrieren – umso passender in ihrem 40. Jahr, denn sie teilen sich dieses schöne Jubiläum mit METAL HAMMER. Erneut zu einem Trio geschrumpft zu sein, drosselt weder die Wucht noch die Produktivität der Band: Mit AFTERLIFELINES veröffentlichen Rage ihr erstes Doppelalbum! Die mehr als anderthalb Stunden neue Musik verteilen sich auf die beiden Albumhälften AFTERLIFE und LIFELINES, die einerseits eine wunderbare Einheit bilden, sich andererseits durch ihr jeweiliges Eigenleben auszeichnen.

AFTERLIFE steht für das Rage-Spektrum, wie man es von den zurückliegenden Alben kennt. Mit durchgedrücktem Gaspedal und einer vorherrschenden Düsternis und Ernsthaftigkeit legen Sänger und Bassist Peavy Wagner, Gitarrist Jean Bormann und Schlagzeuger Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos stahlstarken Heavy Metal der alten Schule vor. Aber eben mit eigenem Dreh: Thrash Metal-Riffs sorgen für Aggressivität, wuchtige Breakdowns und treibende Groove Metal-Parts (‘Dead Man’s Eye’) für frischen Wind, tief gestimmte Gitarren und grollender Gesang lassen unter anderem im „ersten Titel-Track“ ‘Afterlife’ Death Metal durchklingen. Song-Titel wie ‘Life Among Ruins’ und ‘Shadow World’ lassen bereits erahnen, auf welche dystopische Nahzukunftsreise es hier geht. Aber es ist eben nicht alles brutal, hoffnungslos und schwarz: Spätestens die Refrains peitschen auf, glänzen mit Erhabenheit und Melodie.

Fast unglaublich, wie dicht und detailliert ‘End Of Illusions’ klingt, obwohl hier lediglich ein Musikertrio voranprescht, wie ‘Waterwar’ und ‘Toxic Waves’ Thrash- und Groove Metal-Momente mit Iron Maiden-Epik und -Galopp zusammenbringen, und wie das starke ‘Mortal’ Misere und Aufbruchsstimmung vereint. Peavys kraftvoller Gesang zwischen Reibeisen und voluminösem Vorsänger passt perfekt in dieses Spannungsfeld. Auf LIFELINES lassen Rage ihre Orchestersymbiose neu aufleben, ohne dabei an metallischem Schneid einzubüßen. Dezent eingeflochten wo nötig, und monumental an anderer Stelle fügen Rage den Songs mit Streichern, Bläsern und Klavier eine weitere, stimmige Ebene hinzu – ob im explosiven ‘It’s All Too Much’, der Ballade ‘Dying To Live’ oder dem „zweiten Titel-Track“ ‘Lifelines’, der in zehn Minuten das gesamte Stilspektrum abdeckt. Rage bringen auf AFTERLIFELINES zeitgemäße, hart und eingängige Botschaften mit ebensolchen Sounds zusammen. Nicht jeder der 19 Songs (plus Intro und Interludium) ist ein Über-Hit, aber jeder gutklassig und oft genug auf Augenhöhe mit den großen Momenten aus 40 Jahren. Schöne dunkle Zukunftsaussichten!

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