Exklusive Judas Priest Vinyl mit dem Metal Hammer 03/24

Saxon CARPE DIEM

Heavy Rock, Silver Lining/Warner (10 Songs / VÖ: 4.2.)

5.5/ 7
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Hatte Sänger Biff Byford im vergangenen Jahr noch im Verbund mit seinem Sohn Seb in dem Familienprojekt Heavy Water überraschend seine Alternative Rock-Kompetenzen unter Beweis gestellt, geht es auf dem 23. Studioalbum seiner stählernen Stamm-Band Saxon ans Eingemachte. Wie schon die letzten Alben abermals mit einer Andy Sneap-Produktion versehen, merkt man bei CARPE DIEM deutlich, dass dem einst eher für sein keimfrei-klinisches Trommel-Trigger-Treiben bekannten Sneap die Gitarristen- und Produzentenarbeit im Dienst von Judas Priest ziemlich guttut und der Mann mittlerweile ein echtes Gespür für Classic Metal entwickelt hat. So schickt sich bereits der gleichermaßen scharf riffende wie Bridge-hymnische Opener und Titel-Track (plus „Seize The Day“-Zusatz) an zu beweisen, dass es Saxon noch mal wirklich wissen wollen.

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Es bleibt nicht bei einem Brett: CARPE DIEM ist voll von Songs, die einen vor solidarischer Freude auf den Tisch steigen lassen wollen: ‘The Pilgrimage’ schafft es, einen AC/DC-Riff-Groove-Reiter mit einem stimmungsvoll zurückgenommenen Iron Maiden-Mittelteil und -Solo zu vermählen. ‘Dambusters’ erweist erneut musikalisch wie weltkriegsthematisch Lemmy und den alten Gefährten Motörhead die Ehre. Und ‘Black Is The Night’ reitet melodisch beseelt mit einem Ketten- und Säbelrasseln in den Frühachtziger-Metal-Sonnenuntergang. Die in sich geschlossenste, kompositorisch kompakteste und stärkste Saxon-Scheibe seit Langem sowie eine eindeutige Liebeserklärung an den klassischen britischen Heavy Metal – klare Pflückempfehlung.


Nach Saxons Cover-Scheibe INSPIRATIONS und Biff Byfords Soloalbum SCHOOL OF HARD KNOCKS mit Songs von Wishbone Ash bis Simon & Garfunkel wusste man nicht genau, in welche Geschmacksrichtung die Band fortan tendieren würde. Zum Glück haben diese teils archaischen Rock-Ausflüge nicht auf CARPE DIEM abgefärbt. Saxon bleiben auch im 43. Jahr Saxon, mit kernigem Riff-Metal und Byford als unnachahmlich röhrende Galionsfigur. Gut so! Matthias Mineur (5,5 Punkte)

Saxon befinden sich seit Jahren in einer äußerst zuverlässigen Phase und liefern mit jedem Album ab. Dies gilt auch – und insbesondere – für CARPE DIEM, das nichts weniger als die perfekte Mischung aus Dampframmen und atmosphärischen Stücken beinhaltet. Biff Byford und seine Mannen haben weder Motörhead-Lobhudelei noch Maiden-Anbiederung nötig – sie spielen weiterhin verlässlich in ihrer eigenen Liga. Katrin Riedl (5 Punkte)

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