Es gibt Bands, die einem einfach Hoffnung machen. Hoffnung, irgendwie komplett auf Seriosität scheißen zu können und trotzdem noch ernst genommen zu werden. Hoffnung, mit einem saublöden Namen trotzdem noch jemand zu werden. So wie die finnischen Temple Balls, die nun ihr bereits viertes vollwertiges Werk abfeuern. Das Quartett, das weder nach nepalesischen Haschischbällchen noch einer Geschlechtskrankheit benannt ist, zeigt auf dem Album, dass es nicht nur eine sehr erfolgreiche Liveband ist (Support-Einsätze mit Deep Purple, Uriah Heep und Queen sprechen für sich) – und sich dessen so sicher ist, dass es dieses glatt nach sich selbst betitelt. Das beweist Eier. Und zwar zu Recht. ‘Flashback Dynamite’ macht dem Titel alle Ehre und knallt mit schnellem Rhythmus und ulkigen Background-Rhythmen ziemlich gelungen um die Ohren, während die Finnen mit ‘Lethal Force’ eher die Geister alter Achtziger-Helden wie Skid Row oder Hanoi Rocks aufleben lassen. Alles super eingängig mit bedachtem Blick auf die Hooks. Dabei kommt zwar ein bisschen die Gitarrentechnik zu kurz, doch auch da beweisen Tracks wie das in ein heftiges Wah-Solo ausartende ‘Stronger Than Fire’, dass gut gearbeitet wurde. Und Experimente gibt es auch: Mit ‘We Are The Night’ kommen sie sogar mit einem Saxofon daher! Temple Balls übertreiben also nicht, wenn sie diese Platte als ihr definierendes Werk bezeichnen.
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