Dass sie überragende Techniker sind, müssen The Black Dahlia Murder wohl kaum noch irgendjemandem beweisen. Ohnehin ist der kreative Zugzwang der Melodic Death-Veteranen gering: Wer nach Scheiben wie NOCTURNAL, EVERBLACK oder den brillanten Live-Performances der US-Amis immer noch nicht erkannt hat, was für geniale Musiker hier am Werk sind, erkennt es vermutlich nie. Das US-Abrisskommando hat sein Death Metal-Maschinengewehr 2015 mit extrem apokalyptischer Munition geladen.
Allein das Artwork von ABYSMAL, dessen dämonische Höllendarstellung frappierend an eine ‘Warhammer 40k’-Illustration erinnert, zeigt auf, wohin die Reise geht: Voll in den Körper des Zuhörers nämlich. Songs wie ‘Vlad, Son Of The Dragon’, das Titelstück oder der drückende Abschluss ‘That Cannot Die What Eternally Is Dead’ nehmen dank brutaler Blast-Attacken und messerscharfer Gitarren-Riffs keinerlei Gefangene. Aber The Black Dahlia Murder sind eben keine reine Aggro-Truppe: Zwischen den überfallartigen Zerstörungsorgien finden sich in den detailverliebten Kompositionen immer wieder elegische Melodiebögen (‘The Advent’), fies-schaurige Dissonanzen und dramatische Soli.
Sogar tragende Streicher (‘The Fog’) sind mitunter in den unablässigen Sturmangriffen der Höllenreiter aus Michigan versteckt. Die Arrangements der Songs sind dabei gewohnt tiefgründig und sollten viele Genre-Kollegen angesichts des unglaublich präzisen Vortrags mit offenem Mund zurücklassen. Denn eines ist klar: Wer im Bereich des technischen Melodic Death an die Spitze will, muss an The Black Dahlia Murder vorbei. Ohne Wenn und Aber.
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