Statt der Abrissbirne, die man im Deathcore-Kosmos normalerweise erwarten könnte, liefern The Last Ten Seconds Of Life mit THE DEAD ONES einen schweren Koloss, der sich langsam in Bewegung setzt – düster, zäh und mit genug Gewicht, um alles plattzuwalzen. Schon der Titel-Track und Opener macht die Marschrichtung klar: tief gestimmte Gitarren, abgrundtiefe Growls und ein Tempo, das eher kriecht als sprintet. Das Ganze fühlt sich weniger wie ein Angriff an sondern eher wie eine dunkle Wolke, die sich langsam zusammenzieht. Wenn die Drums gegen Ende anziehen, merkt man erst, wie viel Spannung die Band vorher aufgebaut hat. Dieses Spiel mit kontrollierter Eskalation zieht sich durch weite Teile der Platte. ‘Make It To Heaven’ mit David Simonich von Signs Of The Swarm verbindet schleppende Härte mit einem überraschend melodischen Refrain, während ‘Rat Trap’ mit Nate Johnson (Ex-Fit For An Autopsy) zeigt, dass Deathcore auch ohne Dauerfeuer brutal sein kann. Die Songs leben weniger von Geschwindigkeit als von Druck, Atmosphäre und dieser unterschwelligen Boshaftigkeit, die sich Stück für Stück aufbaut. ‘Dollar To A Dime’ mit Distant-Vokalist Alan Grnja bringt mehr Bewegung und Groove ins Spiel. Besonders der Track mit Ex-Sänger Storm Strope, ‘XXXXXXXXXX’, wirkt wie ein kleines Klassentreffen mit extra Aggressions-Level. THE DEAD ONES ist damit kein Album für den schnellen Adrenalinkick, sondern wie ein langsam wirkendes Gift.
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