Mit SEED OF THE FORMLESS zeigt das ungarische Duo The Moon And The Nightspirit, dass Genres letztlich doch nur Schall und Rauch sind. Nach Jahren in den verwunschenen Wäldern des Pagan Folk integriert die Band jetzt ein regennasses Post Metal-Instrumentarium in den Sound – und behält doch diese entrückte, verträumte und tief melancholische Atmosphäre ihres ursprünglichen Wirkens bei. Ein guter Song ist eben ein guter Song – egal, ob als akustische Zauberei oder sphärischer Rock. Mehr noch: Die acht Kompositionen beweisen, dass das Duo schlafwandelnd sicher zwischen Welten changieren kann und eine derart starke Klang-DNS hat, dass man ihre Handschrift auch aus einem Trip-Hop- oder Power Metal-Album heraushören würde. Post Metal, das muss man ganz klar sagen, passt natürlich viel besser zu ihren gedankenverlorenen Meditationen über das Bewusstsein, die Leere zwischen den Sternen und kosmische Phänomene. Zutiefst mystisch wie eh und je ist das, durch das hallende Echo ferner Drums und verwaschener Gitarren noch schwereloser, unendlicher als zuvor. Mal erinnert es an Esben And The Witch, mal an The Ocean, mal an Cult Of Luna. Aber vor allem an eine originäre künstlerische Stimme, die ihr Repertoire eindrucksvoll erweitert hat.
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