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Marduk MEMENTO MORI

Black Metal, Century Media/Sony (10 Songs / VÖ: 1.9.)

5/ 7
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Wer sich mit Black Metal einlässt, sollte bereit sein, differenzierte Kriterien zuzulassen, was seine Freunde und Feinde in diesem Genre angeht. Denn der pragmatische Ansatz kann (leider) nur der sein, dass im Zweifelsfall jeder involvierte Musiker nicht nur mit dem Feuer des Bösen spielt, sondern auch brennt. Marduk haben es lange geschafft, ihre Panzerdivision hinter juveniler Kriegsbegeisterung und schwedischen „Stridsvagn“ auf der „Lass mal gut sein“-Seite durchzumanövrieren. Die braungetönten Kontroversen der jüngsten Zeit, insbesondere um Sänger Daniel Rostén, signalisieren mir aber eindeutig: Da brennt tatsächlich was, und wer seine Welt gerne sauber in politische „Friends of Carlotta“ und „Enemies of Carlotta“ einteilt, sollte hiervon die Finger lassen.

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Der in diesen Augen sicher unangemessene Bezug auf eine fiktive Insel der Bösen zeigt, wie es mir dabei geht: Ich kann meinen Spaß haben, trotz allem. Und ehrlicherweise war es Rostén, der Marduk seit seinem Einstieg 2004 vom Panzerknattern zur eigenständigen musikalischen Identität verholfen hat. Kontrolle und Vielseitigkeit. Black Metal-Raserei als Sound-Träger für martialische Rigidität. Samples und strenge Diktion als Facetten einer totalitären Metal-Attacke. MEMENTO MORI liefert all das in makelloser Form, weniger schunkelnd als der Vor-Vorgänger FRONTSCHWEIN, konzentrierter als zuletzt 2018 VICTORIA. Das kann was – ob es darf, bleibt eure Entscheidung.

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