Groove, Schwere, Melodie und Kraft – so definiert sich der Sound von The Quill treffend selbst. Die Schweden sind seit inzwischen über drei Jahrzehnten und dem Debüt THE QUILL (1995) fester Bestandteil der Heavy Metal-Szene. Manche Bands jagen Trends hinterher, andere überdauern sie. The Quill gehören eindeutig zur zweiten Kategorie. Dass bei der Beschreibung ihres Sounds Namen wie Black Sabbath oder Ozzy Osbourne fallen müssen, liegt vor allem an der Kombination aus schweren Riffs und der markanten Stimme von Magnus Ekwall. Auch auf MASTER OF THE SKIES bleibt diese stilistische DNS erhalten, wenngleich die Band ihre heavy-rockige Seite ebenso konsequent ausspielt. Die Songs bewegen sich bewusst zwischen Druck und Atmosphäre, zwischen dunkler Schwere und lässigem Groove. Ein Spannungsfeld, das die Band laut eigener Aussage diesmal besonders stark ausloten wollte. Riff-technisch greifen The Quill auch auf dieser Scheibe wieder häufig ins obere Regal. MASTER OF THE SKIES macht über seine gute Dreiviertelstunde hinweg definitiv Laune, auch weil die Band den Songs bewusst Raum gibt, unterschiedliche Stimmungen zu entfalten. Nicht jeder Track entpuppt sich dabei als zwingender Hit, was letztlich auch zum Elefanten im Raum führt: Zakk Wylde. Der hat mit
Black Label Society und ENGINES OF DEMOLITION gerade eindrucksvoll demonstriert, wie sich all diese Einflüsse – Sabbath-Schwere, Blues-Groove und Heavy Rock-Attitüde – auf einen nahezu perfekten Nenner bringen lassen. The Quill bleiben dennoch eine Band mit eigenem Charakter. MASTER OF THE SKIES ist kein revolutionäres Album, aber ein grundsolides Statement.
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