Wer als Black Metal-Purist hoffte, dass das vor zwei Jahren erschienene, stark experimentelle …BY THE SHADOWS… ein einmaliger Ausrutscher war, wird von …BY THE WORD… enttäuscht werden. Auch das neue Album der Band um den einstigen Gorgoroth-Sänger Gaahl und Gitarrist Stian Kårstad weist nur noch rudimentäre Black Metal-Elemente auf. Stattdessen dominieren ruhige Ambient-Passagen, dissonante Melodien (der Titel-Song erinnert an die unangenehmen Momente, in denen ein gut verstecktes, zweites Browser-Fenster im Hintergrund zeitgleich Musik abspielt) und eigen-willige Klangkaskaden. Dazu gesellen sich sperrige Melodiebögen und der erneute Einsatz eines Saxofons. Anders gesagt, Easy Listening ist das nicht. Dennoch trägt …BY THE WORD… eine angenehme Düsternis in sich, welche sich aber gegenüber den leicht kakophonen Klanggebilden nicht immer problemlos entfaltet. Über der instrumentalen Ebene thront Gaahls unaufgeregter, fast schon zurückhaltender oder rezitativer Gesang. Erwähnenswert ist, dass das Album vom legendären Eirik Hundvin aka Pytten im Grieghallen Studio produziert wurde und somit eigentlich Black Metal atmet. Dennoch, musikalisch liegen Welten dazwischen. Aber wer ein Ohr für Avantgarde und ungewöhnliche Klänge besitzt, könnte eine angenehme Überraschung erleben. Der generische Schwarzmetaller hingegen wird eher zu Aspirin greifen.
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