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Vitriol SUFFER & BECOME

Death Metal, Century Media/Sony (10 Songs / VÖ: 26.1.)

4/ 7
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Tech Death ist vermutlich eines der spitzesten Metal-Genres überhaupt: Nicht selten treffen komplexe Kompositionen, handwerkliche Überlegenheit und kom­pro­misslose Brutalität seitens einer Band auf Unverständnis und komplette Über­forderung Uneingeweihter. Für Genrefans hingegen kann das Bollwerk gar nicht sperrig, wuchtig und aufgeschichtet genug ausfallen. Für sie gibt es Vitriol, die 2019 mit ihrem Debüt die Szene auf links drehten. Nun erscheint dessen Nachfolger SUFFER & BECOME – ein unbarmherziger, knapp 50-minütiger Brocken, der alles andere als leicht verdaulich ist. Highspeedtracks wie ‘Shame And Its After­birth‘, ‘Nursing From The Mother Wound’ oder ‘Locked In Thine Frothing Wisdom’ wetzen gleichermaßen irrwitzig wie brachial die Tonleiter auf und ab; in ‘Weaponized Loss’ und ‘He Will Fight Savagely’ kommen sachte Orchestrationen dazu. Eine Atempause beschert ‘The Isolating Lie Of Learning Another’, das (stellenweise) das Tempo rausnimmt und sogar ein melodisches Gitarrensolo enthält, sowie die besinnlich-fragile Einleitung von ‘Survival’s Careening Inertia’.

Davon abgesehen befinden wir uns inmitten eines apokalyptischen Sperrfeuerwerks, das selbst Fans von „normalem“ Death Metal mit höchster Konzentration kaum ertragen. Womöglich ist der Album­titel wörtlich zu verstehen: Erst nach dem Durchstehen unsäglichen Leids entwickelt man sich weiter – ohne blutende Ohren wird man kein Vitriol-Fan. Was wiederum die Bewertung erklärt: Stolze 6 Punkte ist die Platte für erklärte Tech Death-Fans wert, verängstigte 2 für alle anderen – macht unterm Strich 4 Punkte sowie ein anhaltendes Klingeln im Gehörgang.

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