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Vreid THE SKIES TURN BLACK

Black Metal, Indie (11 Songs / VÖ: 6.3.)

4/ 7
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Foto: ANDI

Spätestens seit dem Musikfilm zu ihrem letzten Album WILD NORTH WEST aus dem Jahr 2021 gelten die 2004 formierten Norweger Vreid als ambitionierte Band. Auf ihrem Zehntwerk erproben die Gründungsmitglieder – Sänger/Gitarrist Sture Dingsøyr, Bassist Hváll und Schlagzeuger Steingrim – sowie der 2010 dazugestoßene Gitarrist Strom ihren Ruf erneut: Die Platte beginnt mit drei überzeugenden ­Stücken im typischen Melodic Black Metal-Stil mit garstigen Growls, treibenden Melodien, melancholischen Chören sowie auffälliger Gitarren­arbeit (‘A Second Death’ beinhaltet zudem einen Einsprecher). Dann jedoch schlüpfen Vreid in ein anderes Kostüm: Mit dem dreiminütigen, langsameren Synthie-Instrumental ‘Kraken’ präsentieren sie ihren Soundtrack-Song zum gleichnamigen Kinofilm, und im klanglich darauf aufbauenden Achtminüter ‘Loving The Dead’ übernimmt Label-Kollegin Djerv erst klar, dann krächzend den Gesang – beide Tracks erwecken den Eindruck, man würde eine gänzlich andere Band ­hören. Danach kehren Vreid in für sie typischere Klangmuster zurück, wobei insbesondere ‘Chaos’ mit seiner zweiminütigen Instrumentaleinleitung sowie dem Spagat zwischen Schrammeln und Synthie-Flächen hervorsticht. In ‘Smile Of Hate’ erklingt indes dominantes Geklimper, und das zurückgenommene ‘Echoes Of Life’ beinhaltet ausschließlich Klargesang. Mit dem starken Beginn der Platte können die spät platzierten, teils uninspiriert wirkenden Nummern nicht mithalten, und generell birgt THE SKIES TURN BLACK zwar einige nette Ideen, überzeugt aber nicht in Gänze und hinterlässt unterm Strich mehr Frage- als Ausrufezeichen, was vor allem an wechselhafter Dramaturgie, stilistischer Zerrissenheit und einer unaus­gewogenen Trackabfolge liegt, wodurch das Album trotz handwerklicher Klasse emotional distanziert wirkt und sein Potenzial nicht konsequent ausspielt.

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