Also, wenn jemand Doom (lies: langsam) ist, dann Warning. Mit RITUALS OF SHAME offerieren Englands Ikonen ihre erste Platte seit zwanzig Jahren. Das nennt man dann wohl glazial. Bei solch einer langen Pause stellt sich natürlich immer die eine große Frage, ob die Welt auf diese Band gewartet hat. Und die Antwort muss in diesem Fall so ausfallen: Vielleicht nicht, aber es ist dennoch ziemlich schön, dass die Kult-Doomer zurück sind. Und wenn die Trauerklöße aus Essex ein Comeback machen, dann eben richtig. Aufgenommen wurde in einer ehemaligen Kirche, aufgeschlagen wird klassischer, dramatischer, klagender Doom mit dem Nachhall einer Totenglocke. Man versteht augenblicklich, weshalb das Material auf RITUALS OF SHAME nicht für seine andere Band 40 Watt Sun geeignet war, mit der sich Patrick Walker in den letzten Jahren eine probate Zweitkarriere aufgebaut hatte. Und eigentlich hatte er ja auch alles gesagt mit Warning und sich deswegen anderen Ufern zugewandt, aber herrje: Bei all dieser abgefuckten Dunkelheit in der Welt musste eben einfach noch mal ein neues Album der Doom-Meister her. Dass RITUALS OF SHAME in seiner doomigen Schwere fast schon angenehm proggig ist und ultimativ von der Liebe handelt, ist natürlich ein klarer Bonus.
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