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X-MEN ORIGINS: WOLVERINE Action

20th Century Fox 30. April 2009

4.0/ 7
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Foto: 20th Century Fox

Alarmstufe Rot bei 20th Century Fox: aufgrund einer undichten Stelle beim Filmgiganten kursierte eine Rohfassung des mit Spannung erwarteten Blockbusters X-MEN ORIGINS: WOLVERINE bereits einen Monat vor Kinostart im Internet. In den Tauschbörsen wurde das Workprint – eine unfertige Arbeitsfassung des Films ohne Spezialeffekte – nach 24 Stunden bereits mehrere hunderttausende Male illegal herunter geladen. Entsprechend gereizt fiel die Reaktion von 20th Century Fox aus, die sofort das FBI alarmierten und mit harten Strafen drohten – sowohl für Downloader, als auch die Quelle der Raubkopie.

Wahre Film-Fans sollte das ohnehin nicht vom Kinobesuch abhalten, denn nur auf der Leinwand kommt das Action-Feuerwerk richtig zur Geltung. Nach dem eher enttäuschenden X-MEN III (2006) widmet sich die ORIGINS-Reihe nun den einzelnen Charakteren des riesigen Marvel-Universums. Und wer sonst sollte den Startschuss zu dieser Serie geben, wenn nicht einer der beliebtesten Comic-Charaktere schlechthin: Logan alias Wolverine (Hugh Jackman). Im Zentrum der Story steht das schwierige Verhältnis zwischen dem klauenbewehrten Kampfkoloss und seinem Halbbruder Victor Creed (Liev Schreiber), besser bekannt als Sabretooth. Von Kindesbeinen an sind die beiden Mutanten unzertrennlich und kämpfen Seite an Seite in zahlreichen Kriegen.

Dies ruft Cl. William Stryker (Danny Huston) auf den Plan: er gewinnt das ungewöhnliche Duo für seine Spezialeinheit Team X. Mit an Bord sind unter anderem Deadpool (Ryan Reynolds), Bolt (Dominic Monaghan) und Agent Zero (Daniel Henney). Da die Mordlust von Sabretooth außer Kontrolle gerät, verlässt Wolverine die Elite-Truppe und zieht sich mit seiner großen Liebe Kayla Silver Fox (Lynn Collins) in die Wildnis zurück. Doch das Glück ist nicht von Dauer – das Verschwinden mehrerer Team-Mitglieder verlangt nach Wolverines übermenschlichen Fähigkeiten.

Das Prequel X-MEN ORIGINS: WOLVERINE hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Fragen nach Logans Kindheit und den Ereignissen vor seinem Gedächtnisverlust zu beantworten. In düsteren Bildern zeichnet der Film Logans blutige Vergangenheit nach, die geprägt ist von Schmerz, Verlust und innerer Zerrissenheit. Hugh Jackman schafft es trotz Hollywood-Norm, seinem Charakter mehr Schärfe und Tiefgang zu verleihen. Besonders im Zusammenspiel mit Sabretooth – der sich seinen bestialischen Trieben hingibt – stellt sich heraus, warum Wolverine so ist wie er ist.

Allerdings kann sich der Streifen dabei nicht entscheiden, ob er ein eigenständiger WOLVERINE-Film oder die Vorgeschichte zur X-MEN-Trilogie sein will. So wirkt X-MEN ORIGINS: WOLVERINEwie eine zusammenhangslose Reihe von Actionsequenzen und krankt an den bekannten Schwächen der Reihe: neue Kult-Charaktere wie Deadpool und Gambit (Taylor Kitsch) bekommen eine coole, 4-minütige Krawallszene spendiert – und verschwinden sang- und klanglos von der Leinwand. Hier verschenkt X-MEN ORIGINS: WOLVERINE viel Potential, das eine vielschichtige Figur vom Format eines Gambit zu bieten hätte – dessen Auftritt Comic-Fans seit X-MEN I herbeisehnen.

Kenner des Comics sollten angesichts der zusammengestauchten Vorgeschichte Wolverines, oberflächlicher Charakterabspeisung und fehlender Vorlagentreue ihre Erwartungen deutlich zurückschrauben. Alle anderen Kinogänger freuen sich auf ein leicht verdauliches Fresspaket aus Hollywood, vollgestopft mit markigen Sprüchen, ein bisschen Lovestory und viel beinharter Action. Den erhofften frischen Wind – im Stile eines BATMAN BEGINS – bringt X-MEN ORIGINS: WOLVERINE leider nicht in das X-MEN-Franchise.


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