Toggle menu

Metal Hammer

Search

Richard Kruspe spricht von „letztem Rammstein-Album“

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Im Juli dieses Jahres spielten Rammstein als Headliner beim Resurrection Fest im spanischen Viveiro. Zuvor gab Gitarrist Richard Kruspe ein längeres Interview, welches jetzt erst veröffentlicht wurde (Video siehe unten). Dort spricht er zum Stand der Dinge bei Rammstein. Anbei ein paar interessante Auszüge:

„Ich war sehr skeptisch, als es darum ging, wieder mit Rammstein ins Studio zu gehen, denn letztes Mal hat uns das an den Rand der Band-Auflösung gebracht“, berichtet Kruspe. „Es ist immer sehr, sehr stress- und schmerzvoll. Darum trafen wir eine Abmachung: Wir nehmen höchstens fünf Songs auf, um nicht zu viel Druck aufzubauen.“

Vor zwei Jahren haben Rammstein mit dem Schreiben angefangen: „Es entstanden um die 28 neuen Ideen – keine Songs, nur Entwürfe. Und irgendwie haben wir es geschafft, mental zu unseren Anfangszeiten zurückzukehren, sprich: sehr emotional und enthusiastisch an das Schreiben neuen Materials ranzugehen. Das gab es bei uns so noch nie.

Live-Kompromiss

Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem jeder den anderen voll respektiert, und wir starten absolut bei null – das fühlt sich super an. Als ob alle Probleme weggewischt seien, die entstehen, wenn man 22 Jahre lang im selben Line-up zusammen ist“, so Kruspe weiter. „Viele Bands tauschen Mitglieder aus, wenn es Probleme gibt, aber das ist für uns keine Option.

Wir hatten schon oft den sogenannten Nullpunkt erreicht, und auch ich dachte im Lauf der Jahre mehrmals: ‚Ich will das nicht mehr tun, möchte nicht mehr in der Band sein.‘ Doch Gespräche und Kommunikation innerhalb der Band haben stets dazu beigetragen, dass ich bei Rammstein geblieben bin.“

Ebenso erklärte Kruspe, warum Rammstein 2017 nur so wenige Live-Konzerte gaben: „2016 waren wir wirklich viel unterwegs, und bei den Planungen für dieses Jahr ergab sich, dass drei Leute in der Band nicht touren wollten, doch die anderen drei wollten. Also schlossen wir einen Kompromiss und spielten lediglich 20-25 Shows. Rammstein sind eine Demokratie, jeder hat eine gleichberechtigte Stimme. Bei dreimal ja und dreimal nein muss man dann eben so handeln.“

Band-interne Demokratie als Zeitdieb

LIEBE IST FÜR ALLE DA erschien 2009, es sind nun also schon satte acht Jahre vergangen. Kruspe zufolge gibt es eine Menge Gründe für alles. „Zum einen hat sich die Musikindustrie stark verändert. Früher waren Albumverkäufe die Haupteinnahmequelle für Bands. Das ist heutzutage nicht mehr so.

Zum anderen sind wir sehr fokussiert auf unsere Bühnen-Shows, waren das schon immer. Denn unsere Songs wurden anfangs nicht im Radio gespielt, unsere Videos liefen nicht bei MTV und es gab immer viel Ärger, also mussten wir uns voll und ganz auf unsere Liveshow konzentrieren.

Wenn wir an einem Album arbeiten, dauert das ewig, denn wie schon erwähnt sind wir sechs gleichwertige Band-Mitglieder, die mitunter sechs verschiedene Meinungen haben, und jeder denkt, seine ist die richtige. Deswegen entstehen immer jede Menge Diskussionen und Kompromisse müssen gemacht werden, mit denen jeder klarkommen muss.“

Letzte Chance für ein neues Album

Momentan seien Rammstein jedoch absolut frei, hätten keinen Druck, kein Label, Management oder Ähnliches, das sie zu irgendetwas vorantreibt. „Und wir sind an einem Punkt in unserem Leben angelangt, an dem wir uns sagen, wir bringen nichts raus, das es nicht wert ist. Die Freiheit zu haben, sagen zu können: ‚Weißt du was? Es ist nicht gut genug, lass es uns nicht machen.‘ Das ist ein echtes Privileg und ich bin glücklich, dass sich Rammstein in solch einer Situation befinden.

Aus irgendeinem Grund denke ich allerdings, dass es unser letztes Album sein wird. Es ist nur ein Gefühl – ich kann mich täuschen, aber momentan denke ich, dass es für Rammstein die letzte Gelegenheit ist, noch eine Platte aufzunehmen. Deswegen will ich 200 Prozent geben! Die neuen Entwürfe klingen wirklich vielversprechend und ich freue mich riesig darauf, eventuell schon  nächstes Jahr mit den Aufnahmen zu beginnen.“

Dass das natürlich nicht gleichzeitig bedeutet, dass Rammstein nun vorhätten, sich aufzulösen, sollte klar sein. Trotzdem veröffentlichte die Band auf ihrer Homepage:

Rammstein machen Schluss?

Seht hier das komplette Interview mit Richard Kruspe:

https://youtu.be/P5EF8Et5Jvw

Die METAL HAMMER Oktober-Ausgabe 2017: Metallica, Marilyn Manson, Prophets Of Rage, Satyricon, Summer Breeze u.v.a.

teilen
twittern
mailen
teilen
System Of A Down: Mit Psychiater zur Arbeit?

Erinnern wir uns an Metallica und ‘Some Kind Of Monster’: Wäre es vielleicht eine gute Idee, einen Psychiater wie Phil Towle für System Of A Down zu engagieren, um die kreativen Differenzen und finanziellen Streitereien aufzulösen? Bassist Shavarsh "Shavo" Odadjian zieht diesen Vorschlag nicht nur in Betracht, sondern hat auch bereits seine Band-Kollegen in diese Richtung angestupst, wie in einem aktuellen Radio-Interview mit KROQ zu vernehmen ist. Finde das Problem Da Odadjian komplett unklar war und ist, wo das generelle Problem all der Differenzen ist, brachte er einen Psychiater beziehungsweise Mittelsmann ins Gespräch: "Das wäre echt cool. Jemand, der in…
Weiterlesen
Zur Startseite