Sanguisugabogg zählen zu jener Sparte von Musikgruppen, die sich beim Preis für das unleserlichste Band-Logo bewerben. Und genauso klingen die Death-Metaller aus Columbus, Ohio auch. Live muss das Quartett nun auf eine Lösung zurückgreifen, die sich erst jüngst auf ihrer Europatournee bewährt hat. Denn Gitarrist Cedrik Davis steigt aus — darauf haben sich die beteiligten Musiker freundschaftlich geeinigt. Band-Gründer, Schlagzeuger und Produzent Cody Davidson wechselt deswegen an die Gitarre, und Eric Morotti von Suffocation verdrischt fortan die Felle.
Die Show muss weitergehen
Als Grund dafür führen Sanguisugabogg an, dass Cedrik kürzlich Vater geworden ist. „Wir informieren euch, dass wir uns mit unserem langjährigen Gitarristen und Freund Cedrik Davis einvernehmlich entschieden haben, getrennte Wege zu gehen“, heißt es im zugehörigen Statement. „Ced verlässt die Band mit einem hervorragenden Vermächtnis, das beinahe sechs der sieben Jahre als Formation bestand hat. Seine Beiträge zu unserer Band — genauso wie das Gelächter und die Erinnerungen, die wir unterwegs kreiert haben — werden immer in Ehren gehalten werden und niemals unbemerkt bleiben.
Auf unserer aktuellen Tournee werden wir unser Set mit derselben Besetzung darbieten, auf das wir in Europa zurückgegriffen haben. Unser Drummer, Produzent und Gründungsmitglied Cody Davison wird es an der Gitarre zusammen mit Drew Arnold richten. Und wir haben Eric Morotti dabei, der auf den Trommeln herumhämmern wird. Dieses Line-up ist tight und klingt live wahnsinnig. Also dürft ihr euch auf ein Vergnügen freuen, wenn ihr zu einem Konzert kommt.“
Sanguisugabogg zocken traditionellen Todesstahl, der unter anderem Vergleiche mit Internal Bleeding, Dehumanized and Cannibal Corpse evoziert. Fans feiern die stumpfe Herangehensweise an die Songs, obgleich zuletzt auch ein paar Groove Metal-Einflüsse und präzisere Töne hinzugekommen sind. Außerdem steht die Kapelle für augenzwinkernd-übertriebene Sprachbilder, was allein Song-Titel wie ‘Erotic Beheading’, ‘Semi Automatic Facial Reconstruction’, ‘Abhorrent Contraception’ oder ‘Dick Filet’ belegen.
In der Rezension zum aktuellen Album HIDEOUS AFTERMATH von METAL HAMMER-Autor Thorsten Zahn heißt es: „Sanguisugabogg haben in den wenigen Jahren seit ihrer Gründung das geschafft, was für viele unerreichbar bleibt: die Neudefinition eines Genres. Sie stehen für Death Metal, wie er schmutziger, goriger, sludgiger, dreckiger und mitreißender kaum sein könnte. […] Inhaltlich wären Carcass stolz auf die US-Deather – so viel Blut, Innereien und textliches Menschengemetzel gab es seit den Achtzigern nicht mehr.“
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