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Schlagabtausch Amaranthe vs. Epica

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Den kompletten Schlagabtausch zwischen Simone Simons (Epica) und Elize Ryd (Amaranthe) findet ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

METAL HAMMER: Was ist anders daran, mit Frauen zu touren als mit Männern?

Elize Ryd: Ich habe schon gemerkt, dass die Jungs ruhiger sind, wenn eine Frau dabei ist. Bands, die keine Frau dabei haben, sagen oft: „Wir schätzen es sehr, eine Frau um uns zu haben, weil wir uns dann ein bisschen mehr zusammenreißen.“ Außerdem ist es heutzutage sehr beliebt, Frauen in der Crew zu haben. Es ist quasi ein Qualitätsmerkmal.

Simone Simons: Ja, es ist ein bisschen mehr im Gleichgewicht, würde ich sagen. Frauen denken einfach an andere Dinge als Männer. Es ist gut, ein paar mehr weibliche Gehirne um sich zu haben. Auf dieser Tour haben wir … ich glaube sogar vier Frauen in der Crew. Eine von ihnen hilft mir auch beim Kostümwechsel, was schön ist. Wobei meine Kollegen für mich auch wie Brüder sind. Sie verhalten sich mir gegenüber sehr beschützend, und ich bin beschützend ihnen gegenüber. Wir kümmern uns umeinander.

Elize: Das ist etwas, das man biologisch nicht zu hundert Prozent erklären kann – Männer benehmen sich eben besser, wenn Frauen in der Nähe sind. Vielleicht hat jemand eine Schwester zu Hause, mit der er das in Verbindung bringt.

Simone: Viele unserer Band-Kollegen haben inzwischen selbst Familien. Man merkt, dass sie sich verändern, sobald sie Kinder bekommen.

Elize: Vor allem Töchter.

Simone: Ja, genau. Sie sind richtige „Girl Dads“!

Objektifizierung

MH: Wie war die Situation für euch als Frauen in der Metal-Szene, als ihr angefangen habt, und wie hat sie sich verändert?

Simone: Damals gab es den Begriff „Female-Fronted Metal“. Er beschrieb hauptsächlich symphonischen Metal, weil dort der Aufstieg der Frauen begann, mit Bands wie The Gathering, Nightwish, Lacuna Coil oder Within Temptation. Im Lauf der Jahre kamen immer mehr Metal-Genres mit Musikerinnen dazu. Der Begriff „Female-Fronted Metal“ sollte also nicht mehr benutzt werden, weil er nichts über die Band aussagt. Aber wir sind immer noch in der Minderheit. Generell werden Frauen – nicht nur in der Musikszene, auch in der Film-Branche – oft objektifiziert.

Wir dürfen nicht altern, wir dürfen nicht zunehmen. Die Zeit soll stillstehen. Männer dürfen grau werden, das gilt als sexy. Für uns gibt es diesen zusätzlichen Druck. Aber nachdem ich jetzt einige Jahre in der Szene bin, ist mir das egal geworden. Das kommt tatsächlich mit dem Alter. Als ich jünger war, war ich viel empfänglicher dafür. Jetzt will ich einfach eine gute Zeit haben, die Musik genießen und Menschen zusammenbringen. Natürlich liebe ich die Outfits, das Make-up und die visuelle Seite. Aber man sollte die Musik auch mit geschlossenen Augen hören können – und sie sollte einen berühren, nicht das Aussehen der Bands.

Elize: Oh mein Gott, das war das beste Zitat, das ich je gehört habe. Daraus können wir ein T-Shirt machen!

Simone: Natürlich haben wir untereinander schon über diese Dinge gesprochen. Über den Druck, den man spürt, besonders, wenn man neu in die Szene kommt. Die Männer können anziehen, was sie wollen – das fällt niemandem auf. Aber wenn wir ein neues Outfit tragen, werden wir dafür kritisiert oder gelobt. Ich möchte mich aber selbstbewusst fühlen und für mich das tun, was mir bei meiner Performance hilft, und nicht, mich zur Schau zu stellen.

„Wenn wir das tun, gelten wir sofort als zickig.“

MH: Es ist für Frauen in der Szene also immer noch sehr kompliziert.

Simone: Ja, vor allem, die Stimme zu erheben. Ich habe auch schon selbst laute Typen im Publikum zum Schweigen gebracht – und werde es wieder tun. Hast du das schon mal gemacht?

Elize: Auf der Bühne jemanden direkt angesprochen?

Simone: Ja! Hast du das noch nie gemacht? Du bist zu lieb. Das war in New York. Ich habe gerade mit dem Publikum gesprochen, und ein paar Typen haben dazwischengebrüllt. Ich habe gesagt: „Seid still, ich rede gerade.“ Männer können fluchen, und das ist okay. Aber wenn wir das tun, gelten wir sofort als zickig. Doch ich finde, unsere Stimmen zählen genauso viel!

Welchen Stellenwert die „Arcade Dimensions“-Tour für beide Musikerinnen hat, wie sich die Musikszene verändert hat und wie wichtig ihnen das Bühnen-Styling ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Aprilausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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