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Sonata Arctica + Labyrinth live

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Fast unbemerkt sind die finnischen Sonata Arctica derzeit auf ihrer zweiten großen Europa-Tour für ihr aktuelles Album THE DAYS OF GRAYS. Dabei wird Deutschland fast komplett umfahren – lediglich die Fans in Memmingen, Saarbrücken und Erfurt kommen in den Genuss ihrer Show. Doch bevor sich Tony Kakko und seine Kollegen auf die Bühne des leicht angestaubten DDR-Tanzpalastes schwingen, geben sich die Italienischen Power Metaller Labyrinth die Ehre. Einst gegründet von Rhapsody Of Fire Fronter Fabio Leone, bleibt im 20. Jahr des Bestehens der Band nur die Rolle das Anheizers. Das gelingt Sänger Roberto Tirenti zwar blendet, doch die Frage bleibt, warum südländische Power Metal-Bands immer den Komiker raushängen lassen müssen.

Vor allem wenn sie an den singenden Stand Up-Komiker Tony Kakko sowieso nicht heranreichen. Denn neben der letztendlich vorhersehbaren Set-List, führen gerade seiner Entertainer-Qualitäten zum Gelingen des Abends. Er tanzt den einsamen Tanz (‘Caleb’), macht das Haar-Monster (‘Flag In The Ground’) und fordert zur La Ola auf (‘Last Amazing Grays’). Doch auch zwischen den Sonata Arctica-Songs sorgt er (zumindest bei den englisch-sprachigen Fans) für Unterhaltung. So redet der kleine Finne minutenlang über sein erstes Auto (einen Toyota Corolla) und welche Schandtaten in und mit ihm angestellt wurden – nur um selbst am Ende den Faden zu verlieren und den Übergang zum folgenden ‘Paid In Full’ zu versemmeln – stark! Oder er bereitet der Guttenberg-Nation eine Lehrstunde in Sachen Ideenklau, denn er gibt zu, von Shakespeare dann und wann, mehr als nur inspiriert wurden zu sein. Man beachte: „Wenn man klaut, dann nur von den Besten!“

Musikalisch gibt es nichts zu meckern, auch wenn ‘Blank File’ die einzig echte Überraschung darstellt – dass sie den allerersten Song ihre Debüts zocken, hätten wohl nur die wenigsten erwartet. Sonst regiert die bekannte Mischung aus älteren Stimmungskanonen (‘Fullmoon’) und neueren Schmachtfetzen (‘Juliet’), wobei die Rechnung aufgestellt werden muss: Älter = mehr Stimmung! Nach 90 Minuten und dem Rausschmeißer ‘Vodka’ ist auch schon wieder alles vorbei. Ja, es war gut, aber es bleibt der Eindruck, dass Sonata Arctica zu viel Potential liegen lassen.

Setlist Sonata Arctica:
Everything Fades To Gray (Intro)
Flag In The Ground
The Last Amazing Grays
Juliet
Replica
Blank File
As If The World Wasn’t Ending
Paid In Full
Victoria’s Secret
Instrumental Paté
The Misery
Fullmoon
In Black And White
– – – – – –
Caleb
Don’t Say A Word
Vodka
Everything Fades To Gray (Outro)

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Galerie: Dog Eat Dog, Berlin, Musik & Frieden, 2.10.2019

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