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Sunn O))): Die Doom-Kralle lebt

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Das komplette Interview mit Stephen O’Malley von Sunn O))) findet ihr in der aktuellen METAL HAMMER-Maiausgabe.

Metal findet auf LIFE METAL vor allem zwischen den Zeilen statt. Als Zitat, Anspielung, Kommentar, als „trip down memory lane“, angewiehert vom Bathory-Gaul. Schon den Titel, LIFE METAL, kann man dahin drehen, als Gegenstück zu Death Metal. „Der Tod ist Teil des Lebens und umgekehrt“, sagt Stephen O’Malley. „Das ist kein sonderlich tiefer Gedanke. Aber es gab auch mal eine Zeit in der Metal-Geschichte, als ein paar Leute, die sich eine individuellere Identität verleihen wollten, die Abgrenzung von allem suchten, was sie für ‘Life Metal’ hielten.“ Er meint die pickeligen Black Metal-Hassprofis, denen selbst Archgoat zu positiv waren.

„Aus dem Metal-Suicide-Kult bin ich raus, ziemlich lange schon. Klar bot das eine interessante Einführung in bestimmte Philosophien, bis zu einem gewissen Punkt. Aber… Ich finde den Titel als Statement gut. Er ist ikonisch und offen, schränkt uns nicht im Genre ein und steht für einen lebenden Sound.“ Lebendig – „bunt, abstrakt, postromantisch“ – wirkt auch das Album-Cover der Malerin Samantha Keely Smith. Als hätte sie Jean Delvilles Gemälde ‘Die Schätze Satans’ (1895), das 1991 Morbid Angels BLESSED ARE THE SICK zierte, mit William Turner in den Mixer geworfen.

Sunn O))) – die Röhrenpäpste

„Ich bin jetzt 45 und habe BLESSED ARE THE SICK mit 16 auf Kassette bekommen. Als Kid, das bei seiner Mom in einem Vorort von Seattle gewohnt hat“, erinnert sich Stephen an seinen Erstkontakt mit Delville. „Manche Sachen bleiben einem im Kopf, und irgendwann fangen sie an, zu viel Platz einzunehmen. Dieses Gemälde gehört dazu. Wenn man Kunst entdeckt, öffnet das so viele Wege – die gesamte Vorstellungskraft, Leidenschaft und Neugier.“

Vielleicht hat es seine Richtigkeit, dass Sunn O))), die Röhrenpäpste, erst jetzt mit Analog-Guru und Schellack-Legende Albini arbeiteten. Nach zwanzig Jahren im Dienst maximaler Verstärkung und Abenteuern im Reich des Abstrakten. „Ich denke, er hat generell Respekt vor uns als Projekt“, bestätigt Stephen. „Wir teilen eine radikale Herangehensweise: Wir wollen mit unserer Musik niemandem gefallen.“

So viel Augenhöhe war nicht immer. „Tatsächlich habe ich meine erste Platte bei Steve Albini aufgenommen, das erste Burning Witch-Album, 1996. Wir waren diese dauerbekiffte Black Doom-Band, und er sagte damals bloß: ,Na ja, mann, ist deine Platte. Willst du das echt so machen? Echt?! Na ja, dein Problem.‘ Er lässt einen wissen, wenn er was für beknackt hält.“ Dazu kam es diesmal nicht. Stattdessen: einträchtiges Experimentieren am katalytischen Sound. „Es ging nur noch darum, ein bisschen Fleisch und Dreck auf die Knochen zu bekommen“, lacht Stephen. Die morgendlichen meditativen Fingerübungen, mit denen Sunn O))) den Ton des Tages vorgaben, hat Albini diskret mitgeschnitten; sie erscheinen im Herbst unter dem Titel PYROCLASTS.

Das komplette Interview mit Stephen O’Malley von Sunn O))) findet ihr in der aktuellen METAL HAMMER-Maiausgabe.

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Deep Purple: SPLAT! klingt so hart wie lange nicht

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