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Goldwert

RISING (1976)
Nur wenige Alben der Siebziger haben Heavy Metal so nachhaltig geprägt wie RISING. Gründe dafür gibt es viele: Martin Birch (unter anderem Deep Purple, Black Sabbath, Iron Maiden) wirkt als szenekundiger Produzent mit, und Schlagzeugkoryphäe Cozy Powell (zuvor unter anderem Jeff Beck Group) stößt ebenfalls zu Rainbow. Blackmores und Dios gemeinsames Songwriting erreicht die Perfektion. Ken Kellys ikonisches Coverartwork – eine ausgestreckte Faust unter dem Regenbogen – verleiht RISING optisch Monumentalität.
Gleichzeitig entfalten ‘Tarot Woman’ mit hämmerndem Schlagzeug, ‘Starstruck’ mit groovender Kraft und ‘Stargazer’ mit epischer Fantasy-Erzählung die klangliche Magie des Albums und antizipieren viele Genre-typische Merkmale. RISING ist ein Kaleidoskop aus Pathos, Gestaltungsstärke und erzählerischer Schlagkraft – das schillerndste Werk von Rainbow und ihr unangefochtenes Opus magnum.
Liebenswert

DOWN TO EARTH (1979)
Mit Dio verlässt nicht nur ein Sänger Rainbow, sondern auch ihr innerer Kompass. Was folgt, ist kein Absturz, aber doch ein Richtungswechsel vom Mythos zur Marktlesbarkeit. Mit Graham Bonnet (eigentlich hatte Blackmore Deep Purple-Sänger Ian Gillan als Nachfolger auserkoren, doch der lehnte ab) manövriert die Band in eine zunehmend poppige Richtung. ‘All Night Long’, ‘Makin’ Love’ und ‘Since You Been Gone’ – Letzteres eine Cover-Version von Russ Ballard – machen aus DOWN TO EARTH eine zwar qualitativ hochwertige Ansammlung romantischer Schmachtfetzen, lassen allerdings auch die gewohnte Saitenakrobatik in den Hintergrund treten.
Blackmore illustriert Refrains, statt Welten zu bauen. DOWN TO EARTH wirkt deshalb wie Rainbows erste Annäherung an eine simplere Ästhetik, die Anfang der Achtziger zum Erfolgsgaranten werden soll.
Beklagenswert

STRANGER IN US ALL (1995)
Blackmore kehrt Deep Purple 1993 erneut den Rücken, formiert Rainbow neu und versucht krampfhaft, an frühere Tage anzuknüpfen. Für STRANGER IN US ALL rekrutiert er Sänger Doogie White, und textlich orientiert man sich wieder an Fantasy und Folklore der Frühphase. Das Ergebnis ist eigenartig aus der Zeit gefallen. Weder reicht es an die magische Wucht von RISING oder LONG LIVE ROCK ’N’ ROLL heran noch an die Eingängigkeit der Bonnet-/Turner-Ära.
Die Songs schwanken zwischen Nostalgie und Identitätssuche. Blackmores Spiel bleibt technisch stark, aber emotional distanziert. STRANGER IN US ALL ist kein fulminantes Comeback, sondern ein Echo. Ein kraftloser Versuch, den Mythos noch einmal zu beschwören – vergeblich. 1997 brechen Rainbow erneut auseinander.
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