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Zu Besuch bei Iron Maiden in Dallas, Texas

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Es ist heiß in Dallas an diesem Juni-Wochenende, unglaublich heiß. Geschlagene 35 Grad, um genau zu sein. Willkommen im Staat der Cowboys, auch wenn sich die erwartete Stetson-Dichte am Flughafen noch in Grenzen hält. Mit Klischees darf eben auch mal gebrochen werden. Eine etwas vorschnelle Einschätzung, wie das Einschalten des Autoradios auf dem Weg in die Stadt gleich zeigt: ‘Tuesday’s Gone’ der sympathischen Südstaaten-Rocker Lynyrd Skynyrd ist der erste Song, den man hier zu hören bekommt. Dabei stellt Ziel und Zweck unserer Reise doch eine urbritische Heavy Metal-Band dar, die mittlerweile ebenfalls drei Gitarristen aufweisen kann.

Angekommen im Westin City Center, wo Iron Maiden bereits vor einigen Tagen ihre Hotel-Herberge bezogen haben, erwartet einen ein recht befremdliches Bild: Nein, in der Lobby sehen nicht alle aus wie John Wayne oder Willie Nelson. Auch sind weit und breit keine langhaarigen Crew-Leute, Metal-Musiker oder -Fans zu erblicken. Stattdessen haufenweise bunt kostümierte Jungen und Mädchen in grell-futuristischen Fantasy-Outfits, die wie gerade gelandet wirken. Haben Iron Maiden mit ihrem neuen Album-Titel nun doch ihre Zielgruppe auf die Zeichentrick-Science-Fiction- und Star Trek-Community erweitert? Nein, es ist A-Kon-Wochenende in Dallas, und die Besucher dieser alljährlichen Anime-Messe bevölkern zufällig den gleichen Hotel-Hafen.

Einen flotten Bustrip in einen nahe gelegenen Außenbezirk später, und wir befinden uns schon am eigens angemieteten Vorspielort, dem The Track-Aufnahmestudio. Direkt daneben: eine Firma für Rasen-Sprenkleranlagen-Bedarf, die natürlich Ewing heißt. Dallas eben.

Licht aus, Platte an. Und während der folgenden 76 Minuten, Iron Maidens bis dato üppigster Album-Spiellänge, schießen einem durchaus ein paar Gedankengänge durch den Kopf. Zum Beispiel der, warum das wie schon BRAVE NEW WORLD (2000), DANCE OF DEATH (2003) und A MATTER OF LIFE AND DEATH 82006) von Kevin Shirley produzierte Album so einen ungehobelten ruppigen Klang hat. Dieser will nicht immer recht zu den vielen epischen Tracks, die nach bombastisch-fetter Inszenierung schreien, passen.
Dass dies für die in spielerischer Hinsicht weiterhin Kritik-immune Band nicht immer von klanglichem Vorteil ist, muss man letztlich akzeptieren, wie man Entscheidungen einer Instanz eben akzeptieren muss – ändern werden Iron Maiden ihre Sound-Einstellung sicherlich nicht mehr.

 

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