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Nachruf

Zum Tod von Lemmy Kilmister: Ein Nachruf auf die größte Metal-Ikone unserer Zeit.

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Mit Lemmy Kilmister hat die Welt am 28. Dezember 2015 die vielleicht größte Ikone des Rock’n’Roll verloren. Der an Heiligabend 1945 in Stoke On Trent geborene Musiker war, spätestens seit der Gründung der britischen Metal-Vorreiter Motörhead 1975, die vielleicht wichtigste Identifikationsfigur für Fans harter Musik – und nicht zuletzt ein unglaublich erfolgreicher, geachteter Musiker, der seine eigene Rolle dennoch niemals überbewertete und den Personenkult um sich selbst vielleicht nie so richtig verstanden hat.

Lemmy war – und das sagen alle, die die Ehre hatten ihn zu treffen – einer der höflichsten Menschen im Metal-Zirkus. Und egal welche Mythen sich um seinen Frauenverschleiß ranken, vor allem von weiblichen Wegbegleitern des Motörhead-Frontmannes wurde stets betont, was für ein „großzügiger und ehrbarer Mann“ (Corey Parks, Nashville Pussy), der Musiker gewesen sei. Denn, allen Drogen- und Alkoholeskapaden zum Trotz: Anders als viele seiner Kollegen, wusste Mr. Kilmister immer was sich gehört. Auf, neben und hinter der Bühne.

Und vor allem auf dieser Bühne hat Lemmy einen Weg bereitet, den viele Bands ohne ihn vielleicht später niemals betreten hätten. Seine, aus Rache an der Formation Hawkwind, die ihn wegen seines Drogenkonsums schasste, gegründete Band Motörhead, war ein Unikat. Durch ihre bis zum Schluss ungeschliffene, rohe Kraft war die Band eine der letzten großen Rock’n’Roll-Instanzen. Ohne Sperenzchen, dafür aber mit umso mehr Attitüde. Ohne den ungewöhnlichen, extrem mittenlastigen Bass-Sound von Lemmy, ohne seinen kehligen, etwas vernuschelten Gesang, seinen legendären Rickenbacker-Bass und ohne seinen Verstärker „Murder One“, wäre Metal vermutlich nicht das, was es heute ist. Unvergessen sind dabei die Worte, die jeder Metal-Fan kennt und die auf keinem Konzert der Metal-Urgesteine fehlen durften. „We are Motörhead. And we play Rock’n’Roll“.

Auf 23 Studioalben haben Motörhead nie Experimente gewagt und sind doch bis heute eine der vielleicht einflussreichsten Bands, die es jemals gegeben hat. Motörhead waren härter, schneller, lauter, roher als die anderen – „Everything Louder Than Everything Else“ eben. Mit Texten, die Speed- und Alkoholkonsum verherrlichten oder sich mit Kriegsszenarien beschäftigten, machte man sich vielleicht im Feuilleton keine Freunde, aber mit seiner Fuck-You-Attittüde gegenüber dem Establishment und legendären Songs wie ‘Bomber’, ‘Killed By Death’, ‘Orgasmatron’ und nicht zuletzt der Szene-Hymne ‘Ace Of Spades’ errichtete sich Lemmy selbst ein Denkmal: überlebensgroß, Kopf zurückgelegt, den langen Hals des „Rickenbastard“ in der Hand. Ihn selbst hat das nie die Bodenhaftung verlieren lassen. Wie sagt schon eine der bekanntesten Zeilen aus seiner Feder? „You win some, you lose some – it’s all the same to me!”

Mit der Figur Lemmy verliert die Metal-Welt eine Ikone. Und mit dem Menschen Lemmy Kilmister einen allseits geschätzen Musiker, ein Rollen-Modell, einen Vorzeige-Rocker. Niemals zu alt für eine harte Tour, niemals zu berühmt für ein nettes Wort, niemals zu selbsteingenommen für ein wenig Reflektion. Seine Zitate sind Worte für die Ewigkeit – und ein Spiegel seines Erfahrungsschatzes aus mehr als 40 Jahren Rock’n’Roll.

„Ich bedauere nicht. Bedauern ist sinnlos. Es ist zu spät dafür. Du hast es bereits getan, oder? Du hast dein Leben gelebt. Es ergibt keinen Sinn, zu wünschen, etwas daran zu ändern.“

Lemmy ging es in den letzten fünf Jahren oftmals nicht gut. Seit 2013 trug er einen implantierten Defibrillator und vierzig Jahre Sex, Drugs & Rock’n’Roll forderten ihren Tribut in Form von abgebrochenen Konzerten und Krankheitsperioden. Dennoch gab dieser Mann immer alles für seine Fans und seine Band. Das ihn jetzt ein plötzlicher Tod vor einem langen Leiden bewahrt hat, ist vermutlich in seinem Sinne.

Lemmy hatte keine Angst vor seinem Abschied. In einem Interview sagte er in diesem Jahr, „Der Tod ist unvermeidbar, nicht? Du wirst dir dessen mehr bewusst, wenn du in mein Alter kommst. Ich fürchte mich nicht. Ich bin bereit dafür. Wenn ich gehe, will ich gehen, während ich das tue, was ich am besten kann. Wenn ich morgen sterben würde, könnte ich mich nicht beschweren. Es war gut!“

Ruhe in Frieden, Lemmy. Du wirst uns fehlen!

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