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Slash
Apocalyptic Love
Rock
von
Die bisher interessanteste Progressive Metal-Band des 21. Jahrhunderts ist definitiv Communic. Ihr Debüt CONSPIRACY IN MIND besitzt Klassiker-Status – und das nur vier Jahre nach der Veröffentlichung. Auch WAVES OF VISUAL DECAY konnte das atemberaubende Niveau halten. Überragende Kritiken in sämtlichen Medien und zufrieden stellende Verkaufszahlen waren der Lohn.
Leider enttäuschten Communic live. Es ist eben nicht möglich, die gleichermaßen wuchtige, detailverliebte und vertrackte Musik als Trio wiederzugeben und nebenbei noch eine mitreißende Show zu präsentieren. Wann kommt endlich ein zweiter Gitarrist? Dies spielt im Studio natürlich keine Rolle, weshalb PAYMENT OF EXISTENCE ein Bastard aus beinharten Riffs, überraschenden Breaks und wüsten Tempoverlagerungen geworden ist. Gerade beim Arrangieren macht man den Norwegern so leicht nichts vor, denn es wimmelt vor unerwarteten Wendungen. Spielerisch bewegen sich die drei Musiker eh in der Königsklasse, allen voran Oddleif Stensland mit seinem fulminanten, gefühlvollen, filigranen Gitarrenspiel und seiner exzellenten Stimme. Unter den acht überlangen Songs tummeln sich gleich drei Klassiker-kompatible Stücke: Das mit schweren, deftigen Riff-Salven und dann mit druckvollen Doublebass-Attacken garnierte ‘On Ancient Ground’, welches in seinem Verlauf mit ergreifender Gesangsmelodie und gar orchestraler Atmosphäre aufwartet. Dann der wunderschöne, epische Gänsehäuter ‘Raven's Cry’ mit seiner unwiderstehlichen Dynamik und Dramatik. Und zuletzt das phasenweise thrashige, mit tollen Gitarren aufgepeppte ‘Stone Carved Eyes’.
Der Rest kann ebenfalls überzeugen – außer den für Communic-Verhältnisse eher unspektakulären Tracks ‘Through The Labyrinth Of Years’ sowie ‘Unpredictables Of Life’, wobei wir beim großen Problem sind, mit dem die Skandinavier konfrontiert werden: Von ihnen erwartet man kleine Wunderdinge und immer ein bisschen mehr als von anderen. PAYMENT OF EXISTENCE kann diese Erwartungshaltung erfüllen.
Detlef Dengler
(Diese und viele weitere Rezensionen findet ihr in der METAL HAMMER Juni-Ausgabe!)
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